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Vereinbarkeit und Kinderbetreuung

Eltern mit Kindern sind auf eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie angewiesen, wenn sie erwerbstätig sein möchten. Unternehmen können dazu beitragen, indem sie den Müttern – und Vätern – familienfreundliche Arbeitsbedingungen ermöglichen. Daneben ist die Unterstützung durch die Familie und den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin von großer Bedeutung. 

Unterstützung rund um Fragen von Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhalten Mütter mit Migrationshintergrund bei den bundesweit rund 90 „Stark im Beruf“-Kontaktstellen vor Ort. Mütter mit Migrationshintergrund und dem beruflichen (Wieder-)Einstiegswunsch finden in den „Stark im Beruf“-Mitarbeiterinnen Verbündete, die sie bei stellenbezogenen Vereinbarkeitslösungen, bei der Kitaplatz-Suche und bei Denkmodellen zur familiären Aufgabenteilung unterstützen.

Wie können Kinderbetreuung und Job vereinbart werden?

Familienfreundliche Arbeitsbedingungen finden

Wenn der Einstieg von Müttern mit Migrationshintergrund in die Arbeitswelt gelingen soll, sind Unternehmen mit familienfreundlichen Bedingungen gefragt. Die „Stark im Beruf“-Kontaktstellen klären die Mütter über Arbeitszeiten und -bedingungen in Berufsfeldern auf, die für eine Beschäftigung in Frage kommen. Zusätzlich beraten sie auch die Betriebe, wie familienfreundliche Arbeitsbedingungen eingerichtet werden können, um Personal zu gewinnen und Mütter auch an das Unternehmen zu binden. 

Wie wichtig die Arbeitsorganisation in den Betrieben ist, unterstreicht Prof. Dr. Carsten Wippermann vom Delta-Institut für Sozial- und Ökologieforschung: „Wenn Besprechungen erst um 17 Uhr oder nach der eigentlichen Arbeitszeit stattfinden, können Mütter und Väter oftmals nicht teilnehmen. Unternehmen können für sich festsetzen, dass wichtige strategische Treffen nicht zu Randzeiten stattfinden.“

Kitaplatz und Betreuung finden

Eine zuverlässige Kinderbetreuung außerhalb der Familie gehört zu den ersten Schritten, wenn sich Mütter mit dem Thema beruflicher Wiedereinstieg beschäftigen.

Die Kontaktstellen von „Stark im Beruf“ informieren Eltern über Kinderbetreuungsmöglichkeiten und -arten. Oftmals bieten sie Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten wie dem Anmelde- und Aufnahmeverfahren für einen Kitaplatz oder für eine Anmeldung bei der Kindertagespflege. Zudem helfen sie Eltern, die zusätzlichen Betreuungsbedarf in den Randzeiten haben oder keinen Betreuungsplatz in einer offenen Ganztagsschule erhalten – z. B. indem sie ihnen ergänzenden Förder- und Betreuungs­möglichkeiten, Haus­aufgaben­hilfe oder Angebote eines Förder­vereins erschließen.

Einige „Stark im Beruf“-Kontaktstellen bieten Kinderbeaufsichtigung während der Teilnahme an dem Projekt vor Ort an, falls institutionelle Kinderbetreuung nicht zur Verfügung steht.

Rollenbilder aufbrechen

Die Unterstützung durch die Familie, vor allem durch die Ehemänner oder Lebenspartner, ist eine weitere wichtige Voraussetzung für die Integration von Müttern mit Migrationshintergrund in die Arbeitswelt. Die „Stark im Beruf“-Kontaktstellen thematisieren das Selbstverständnis und Rolle als Elternteil – von Müttern und auch Vätern. 

Ruth Zinner, Leiterin des Projekts „ZUKUNFT SCHAFFEN - ORIENTIERUNG UND ARBEIT FÜR MÜTTER MIT MIGRATIONSHINTERGRUND“ der Beschäftigungsförderung Göttingen bestätigt dies: „In unserem Projekt holen wir oft die Männer mit ins Boot, um sie davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, dass sich beide Elternteile beruflich orientieren. Wir erklären, dass es gut für die Familie ist, wenn die Mutter berufstätig ist und es das Ansehen der Familie stärkt. Wenig erfolgreich ist es hingegen, wenn wir darauf hinweisen, dass die Mutter durch ihre Arbeit einen Beitrag zum Familieneinkommen leisten kann. Da sind viele Männer peinlich berührt, weil sie sich selbst in der Rolle des Ernährers sehen.“

Der Verband binationaler Partnerschaften und Familien e.V. (iaf) bestätigt dies: „Dabei müssen verinnerlichte Rollenbilder aufgebrochen werden“, so Hiltrud Stöcker-Zafari, Geschäftsführerin des iaf.„Teilweise gibt es in der Partnerschaft ein unterschiedliches Verständnis von Familie: Wer gehört dazu? Welche Verpflichtungen gibt es? Und welche Rolle nehmen die Partner in der Partnerschaft und in der Familie ein? Fühlt sich etwa der Vater als Ernährer, kann das mit der gewünschten Berufstätigkeit der Mutter kollidieren.“

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