Großes Erwerbspotenzial mitreisender Partnerinnen und Partner

Familiennachzug als bedeutende Migrationsform

Nach Schätzungen sind rund 800.000 Personen zwischen den Jahren 2005 und 2017 über den Familiennachzug nach Deutschland gezogen. Damit ist der Familiennachzug eine bedeutende Form der Migration in Deutschland. Rund 60 Prozent der Personen im Familiennachzug kommen aus Drittstaaten und etwa 40 Prozent aus EU-Staaten. Durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz könnte sich der Anteil an Personen aus Drittstaaten künftig erhöhen.

Grafik mit Zahlen und Statistiken zu Personen im Familiennachzug
Quelle: DeZIM Briefing Notes Ausgabe Nr. 3. Eigene Darstellung.

Personen im Familiennachzug sind überwiegend weiblich

Mit über 70 Prozent ist der Großteil der Personen, die über den Familiennachzug nach Deutschland kommen, weiblich. Über die Hälfte der Personen im Familiennachzug sind zudem beim Zuzug zwischen 18 und 30 Jahre alt und leben seit weniger als sechs Jahren in Deutschland.

Mitreisende Partnerinnen sind oft Mütter

Rund zwei Drittel der Personen im Familiennachzug haben Kinder. In Haushalten mit Kindern sind Personen im Familiennachzug häufiger nicht erwerbstätig als in Haushalten ohne Kinder. Das lässt den Schluss zu, dass eine frühzeitige und niedrigschwellige Beratung zu Angeboten der institutionellen Kindertagesbetreuung in Deutschland ein wichtiger Faktor für den Erwerbseinstieg von Personen im Familiennachzug sein kann.

Mitreisende Partnerinnen bieten großes Potenzial für den Arbeitsmarkt

Über 50 Prozent der Partnerinnen im Familiennachzug sind in Deutschland nicht erwerbstätig. Dabei sind Partnerinnen im Familiennachzug überwiegend gut qualifiziert. Rund zwei Drittel der Frauen im Familiennachzug haben einen Gymnasialabschluss, haben eine Berufsschule besucht oder studiert bzw. promoviert. Damit bergen Frauen, die mit oder zu ihrem Partner nach Deutschland ziehen, ein großes Potenzial für den deutschen Arbeitsmarkt. Um das Potenzial bestmöglich auszuschöpfen, sollten mitreisende Partnerinnen so frühzeitig wie möglich auf ihre Erwerbsperspektiven in Deutschland hingewiesen werden. Eine eigene Erwerbstätigkeit fördert neben der beruflichen Integration auch die Integration in Alltag und Gesellschaft der mitreisenden Partnerinnen und somit der ganzen Familie. Zudem sind die zusätzlichen Arbeits- und Fachkräfte ein Gewinn für die deutsche Wirtschaft, die Arbeitskräfte sucht.

In Ihrer Rolle als Beraterinnen und Berater für den Erwerbseinstieg haben Sie die Möglichkeit, das Erwerbspotenzial mitreisender Partnerinnen zu heben und im Beratungsprozess frühzeitig für eine Erwerbstätigkeit zu werben.