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  • Berufswegeplanung

Wie gelingt der Berufseinstieg?

Je nach Berufserfahrung und Qualifizierung bieten sich für Mütter mit Migrationshintergrund unterschiedliche Möglichkeiten füeinen Einstieg in den Job – von einem Praktikum über eine Ausbildung bis zum Direkteinstieg. Ein wichtiger Baustein ist die Prüfung vorhandener schulischer und beruflicher Qualifikationen und Praxiserfahrungen, oft in Form einer Kompetenzfeststellung. Ein nächster Baustein ist die Vorbereitung auf eine Qualifizierung oder den Berufseinstieg. Die „Stark im Beruf“- Kontaktstellen arbeiten mit den Müttern deren Stärken heraus, geben Hilfestellung bei der Berufsorientierung und beraten zu verschiedenen Möglichkeiten der Qualifizierung. Sie kennen die richtigen Adressen für die weiteren Schritte, beispielsweise für die Anerkennung von beruflichen Abschlüssen.

Die Beratung zum Berufseinstieg kann dabei folgende Schritte umfassen:

Schritt 1 – Kompetenzen kennenlernen und einschätzen

Vor dem Einstieg in Ausbildung und Beruf steht die Feststellung der individuellen Interessen und Stärken der Mütter:  

  • Kompetenzerfassung – Daran anknüpfend werden Qualifikationen und erste Berufserfahrung sichtbar gemacht, auch wenn keine formelle Ausbildung vorhanden ist. Die Kompetenzen und Fertigkeiten werden gemeinsam herausgearbeitet.
  • Berufsorientierung – Zu Beginn der Beratung erhalten die Mütter einen Überblick über das Ausbildungssystem, den Arbeitsmarkt und die beruflichen Möglichkeiten.
  • Anerkennung von Abschlüssen – Wenn Schul- und Berufsabschlüsse aus dem Herkunftsland vorhanden sind, wird das Anerkennungsverfahren angestoßen. 

Schritt 2 – Brücken in die Ausbildung bauen & auf den Beruf vorbereiten

Nach diesem ersten Schritt loten die „Stark im Beruf“- Kontaktstellen gemeinsam mit den Müttern die konkreten Möglichkeiten für den Berufseinstieg aus – ausgehend von den vorhandenen Qualifikationen und beruflichen Erfahrungen. Hilfreich kann dann zunächst ein berufsorientierendes Praktikum oder auch eine Einstiegsqualifizierung sein, die auf den Beruf vorbereiten und im Anschluss als Brücke in die Ausbildung dienen können. 

  • Berufsorientierendes Praktikum – Als Teil der Berufsorientierung können erwerbssuchende Mütter über ein Praktikum Einblicke in einen Berufsfeld erhalten. Unternehmen können potenzielle Mitarbeiterinnen im Betriebsalltag kennenlernen.
  • Einstiegsqualifizierung (EQ) – EQ ist ein Langzeitpraktikum in einem Unternehmen von sechs bis zwölf Monaten. Während des Praktikums werden mit Hilfe von Qualifizierungsbausteinen Grundkenntnisse in dem angestrebten Ausbildungsberuf erworben. Die EQ richtet sich vorwiegend an junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr. Ausnahmen sind möglich, z. B. bei Müttern mit Fluchthintergrund bis zum 35. Lebensjahr. Die Agentur für Arbeit, die Jobcenter und die Kammern geben weitere Auskünfte.

Schritt 3 – Einstieg in den Beruf

Sind Schritt 1 und 2 geschafft oder bringt die Bewerberin bereits Qualifikationen und Arbeitserfahrung mit, kann die Art des Berufseinstiegs besprochen werden. Auch hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Ausbildung – Über eine Ausbildung können Mütter mit keiner oder geringer Berufserfahrung, die aber z. B. schon ein berufsorientierendes Praktikum abgeschlossen haben, in die Arbeitswelt einsteigen. Ausbildung geht auch in Teilzeit!
  • Teilqualifikation – Von der Möglichkeit der Teilqualifizierung können vor allem Mütter über 25 Jahren profitieren. Sie ermöglicht, in einem Beruf modular und schrittweise Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlernen und am Ende einen Berufsabschluss zu erwerben. Mehr Infos unter: www.ihk.de/teilqualifikationen
  • Direkteinstieg – Der Direkteinstieg in idealerweise sozialversicherungspflichte Beschäftigung bietet sich für Mütter mit entsprechender Ausbildung und Berufserfahrung an, die sofort im Job durchstarten möchten.

Durch die individuelle Beratung in Verbindung mit Kursangeboten bei den „Stark im Beruf“-Kontaktstelle oder bei Kooperationspartnern gelingt es in guter Zusammenarbeit mit Jobcentern und Arbeitsagenturen, einen hohen Anteil der teilnehmenden Mütter mit Migrationshintergrund in Qualifizierung oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln.