Praxisporträt Hamburg: Kontakt baut Sprachbarrieren ab

„Die Zusammenarbeit mit denn’s Biomarkt kam rein zufällig zustande: Ich war dort einkaufen und habe gesehen, dass im Markt Mitarbeiterinnen gesucht werden. Da habe ich es einfach versucht und Kontakt aufgenommen“, blickt Serpil Kurukavak-Volkland von FLAKS e.V. – Zentrum für Frauen in Hamburg-Altona auf die Anfänge der Kooperation zurück. Als Bezirksleiter für den Raum Hamburg des Biomarkt-Fachhändler denn’s Biomarkt war Marco Heblinski der richtige Ansprechpartner: „Wir sind grundsätzlich offen für Neues und probieren gerne neue Dinge aus. Als ich beim ersten Gespräch mit FLAKS e.V. vom Programm „Stark im Beruf“ hörte, fand ich das direkt sehr interessant.“ Eine passende Teilnehmerin hatte Serpil Kurukavak-Volkland da schon im Kopf: „Eine Frau, die als Reinigungskraft in einer Schule gearbeitet hat, besuchte unseren Kurs und war mit ihrer Situation sehr unzufrieden. Sie suchte nach einer Arbeit, bei der sie nicht alleine, sondern mit anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen arbeiten konnte, um so auch besser Deutsch zu lernen.“

Gemeinsame Lösungen finden

Schon kurze Zeit nach der Kontaktaufnahme konnte die Teilnehmerin bei einer Betriebsbesichtigung einen ersten Eindruck von der Arbeit im Biomarkt gewinnen. Doch die Unsicherheit der Mutter stellt zunächst eine große Hürde für die Einstellung im Markt dar. Marco Heblinksi erklärt: „Die Frau war sehr zurückhaltend und schüchtern. Die Verständigung war daher nicht einfach. Diese sprachliche Barriere ist bei uns schon eine Herausforderung, denn im Verkauf sind Kundenberatung und Kundengespräche ein wichtiger Bestandteil.“ Doch gemeinsam mit den engagierten Mitarbeiterinnen von FLAKS e.V. konnte hier eine Lösung gefunden werden. „Unsere Teilnehmerin arbeitete zuerst ein paar Monaten im Bistro ohne direkten Kundenkontakt. Dort sind aber auch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen sie sprechen kann, und so verbessert sich auch ihr Deutsch. Wenn sie den Betrieb und die Kolleginnen und Kollegen noch besser kennenlernt, wird sie auch offener werden“, ist sich Serpil Kurukavak-Volkland sicher. Marco Heblinski ist es wichtig, dass für die Teilnehmerin die Perspektive besteht, später flexibel im Markt zu arbeiten. Doch der Bezirksleiter ist da sehr zuversichtlich: „Die Teilnehmerin ist sehr motiviert und fleißig, da möchten wir ihr auf jeden Fall die Chance geben sich weiterzuentwickeln. Die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen sie und wir merken schon jetzt, wie sich die Kommunikation verbessert hat.“

Zusammenarbeit spart Zeit

Nach der ersten erfolgreichen Vermittlung einer Teilnehmerin sind sich beide Seiten einig, die Zusammenarbeit weiter ausbauen zu wollen. Die Mitarbeiterinnen von FLAKS e.V. übernehmen dabei eine Vorauswahl geeigneter Frauen und stellen diese dem Bezirksleiter vor. „FLAKS meldet sich regelmäßig bei mir, um Kandidatinnen ins Gespräch zu bringen und dann organisieren wir Vorstellungsgespräche und Schnuppertage. Dadurch dass schon eine Vorauswahl getroffen wurde, sparen wir viel Zeit“, freut sich Marco Heblinski. Damit die Zusammenarbeit auch weiterhin so gut funktioniert, achtet Serpil Kurukavak-Volkland darauf, nur Teilnehmerinnen vorzuschlagen, die motiviert sind und gute Erfolgsaussichten haben. „Gute Kontakte zu den Unternehmen sind uns sehr wichtig. Deshalb achten wir darauf, wen wir vorstellen. Wir wollen den Betrieb ja nicht verlieren und möglichst mehrere Frauen dorthin vermitteln“, erklärt die FLAKS-Mitarbeiterin. Marco Heblinski steht der weiteren Zusammenarbeit positiv gegenüber: „Wir expandieren aktuell sehr stark und haben einen hohen Personalbedarf. Nach der guten Erfahrung, die wir mit unserer neuen Mitarbeiterin von FLAKS gemacht haben, bin ich mir sicher, dass wir noch weitere Teilnehmerinnen einstellen können.“