Starkes Netzwerk für die Anerkennung

„Mein Gewinn war, dass ich erfahren habe, wie die Anerkennungsverfahren ablaufen, wer hier zuständig ist und wer weiterhelfen kann.“

Integration durch Qualifikation: ein starkes Netzwerk hilft bei der Anerkennungsberatung

In vielen Projekten des Programms „Stark im Beruf“ erhalten Mütter mit Migrationshintergrund auch Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Ein wichtiger Partner ist dabei das Netzwerk des ESF-Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ (IQ-Netzwerk). Serpil Kurukavak-Volkland von FLAKS, dem Zentrum für Frauen in Hamburg-Altona, unterstützt als Beraterin und Coach Mütter mit Migrationshintergrund in ihrem Wunsch zu arbeiten und sich beruflich weiter zu entwickeln. Die langjährige FLAKS-Mitarbeiterin erklärt, dass die Feststellung der vorhandenen Qualifikationen, individuellen Stärken und Ziele Ausgangspunkt der individuellen Beratung der Frauen sei. „Wir schauen uns immer genau an, welche formellen Qualifikationen oder informellen Qualifikationen die jeweilige Teilnehmerin mitbringt. Ausgehend von diesen Fähigkeiten klären wir im Einzelcoaching, welche Perspektiven wir gemeinsam entwickeln, wo wir konkret weiterhelfen können.“ Einige der ratsuchenden Mütter seien bereits in Deutschland geboren oder zumindest aufgewachsen, andere hätten im Ausland nur ein Minimum schulischer Grundbildung erhalten. In diesen Fällen spielt die Anerkennungsberatung kaum eine Rolle.

Mütter mit ausländischen Schul- oder Berufsabschlüssen brauchen Anerkennungsberatung

Es kommen jedoch auch immer wieder Frauen mit ausländischen Schul- und Berufsabschlüssen zu FLAKS, die in Deutschland noch nicht anerkannt wurden. Als Beispiele beschreibt Serpil Kurukavak-Volkland zwei Fälle, in denen ein Abitur aus der Türkei vorlag. In der Beratung habe sie die beiden Mütter direkt an die entsprechende Hamburger Beratungsstelle des IQ-Netzwerks verwiesen, die den Ratsuchenden konkret weiterhelfen konnten. Danach hätten die Frauen ihre Schulabschlüsse aus der Türkei zumindest als Realschulabschluss anerkannt bekommen. Bei einer der Frauen werde der Schulabschluss wahrscheinlich sogar als Abitur anerkannt.

Die Beratungsstelle und das IQ-Netzwerk kennt Serpil Kurukavak-Volkland aus dem vom BMFSFJ geförderten Pilotprojekt „Erwerbsperspektiven für Mütter mit Migrationshintergrund“. „Vorher habe ich wenig über ausländische Qualifikationen und ihre Anerkennung gewusst. Damals habe ich mich vor allem auf Themen wie Partnerschaft und Erziehung in Migrantenfamilien konzentriert.“ Durch eine Fachveranstaltung in Berlin sei sie erstmalig auf das IQ-Netzwerk aufmerksam geworden. FLAKS habe später gemeinsam mit dem IQ-Netzwerk und weiteren Institutionen einen Fachtag zum Thema Arbeitsmarktintegration und Qualifikationsanerkennung für Frauen mit Migrationshintergrund veranstaltet.

Projekt und IQ-Netzwerk profitieren beide von der Zusammenarbeit

Serpil Kurukavak-Volkland macht deutlich, dass die Zusammenarbeit mit dem IQ-Netzwerk beiden Seiten Vorteile bringt: „Mein Gewinn war, dass ich erfahren habe, wie die Anerkennungsverfahren ablaufen, wer hier zuständig ist und wer weiterhelfen kann.“ In einer Fachveranstaltung des IQ-Netzwerkes in der Handwerkammer Hamburg wurde Frau Kurukavak-Volkland eingeladen, FLAKS vorzustellen. Hierbei hatte sie die Gelegenheit, Kontakte zu weiteren Akteuren zu knüpfen. Mit dem IQ-Netzwerk habe sie bei Fragen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen direkte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Auch das IQ-Netzwerk profitiere vom gemeinsamen Austausch mit FLAKS und anderen Institutionen, indem mehr Teilnehmerinnen gezielt auf die Anlaufstellen des Netzwerks aufmerksam gemacht würden. Einzelne Träger des IQ-Netzwerkes wendeten sich auch mit fachlichen Fragen an die Beraterin von FLAKS.

Ein Netzwerk, auf das man immer wieder zurückkommen kann

Für Serpil Kurukavak-Volkland ist das IQ-Netzwerk ein verlässlicher Ansprechpartner: „Man kennt sich. Und das ist der Vorteil. Ich kann jedem und jeder Projektverantwortlichen nur raten, sich bei Angerkennungsverfahren und ähnlichen Fragen an die Experten des Netzwerk IQ zu wenden.“