„Stark im Beruf“ unterstützt Mütter und Unternehmen nachhaltig

Das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ unterstützt Frauen mit Kindern und Zuwanderungsgeschichte auf ihrem Weg in die Berufstätigkeit. Dabei finden die Frauen auch dann noch Unterstützung durch die „Stark im Beruf“ - Kontaktstellen, wenn sie bereits eine Ausbildung oder Anstellung gefunden haben. Warum dies ein großer Mehrwert für die Frauen und die Unternehmen ist, zeigt ein Blick in die Praxis aus Berlin.

Ilknur Gümüs ist Leiterin der „Stark im Beruf“ - Kontaktstelle beim Interkulturellen Beratungs- und Begegnungs-Centrum IBBC e.V.

Auch nach dem Einstieg ins Unternehmen begleiten wir die Auszubildenden und unterstützen diese u. a. dabei, die Probezeit zu bestehen. So auch im Fall von dem Unternehmen Vivantes. Wir stehen den Auszubildenden als Ansprechpartner zur Seite, wenn diese Probleme oder Fragen haben, zum Beispiel, wie die Kinderbetreuung neben der Ausbildung gut organisiert werden kann. Manchmal braucht es auch einfach nur ein offenes Ohr. Als arbeitende Mütter leisten die Frauen viel. Da tut es manchmal einfach gut, sich auszutauschen. Wir sprechen den Auszubildenden Mut zu und motivieren diese, wenn es mal nicht einfach ist. Dabei suchen wir aktiv den Kontakt und fragen nach, ob alles in Ordnung ist und wie die Ausbildung läuft. Das ist unglaublich wichtig für die Frauen und hilft dadurch auch den Unternehmen. Viele Ausbildungsplätze werden nicht besetzt, weil es an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern mangelt. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, den gewonnenen Auszubildenden Unterstützung zu bieten, wenn diese einmal vor Herausforderungen stehen. Hier besteht eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Vivantes.

Ulrich Söding ist Leiter des Instituts für berufliche Bildung im Gesundheitswesen der Vivantes Kliniken.

Wir haben im Unternehmen die Erfahrung gemacht, dass es sehr hilfreich und wertvoll ist, wenn es einen begleiteten Übergang der Frauen in die Ausbildung gibt. Wir stellen in vielen Kontexten fest, dass Auszubildende mit sehr diversen Lebenshintergründen, die nicht alle stromlinienförmig sind, doch einen erheblichen Unterstützungsbedarf haben. Wir als Unternehmen haben natürlich großes Interesse daran, dass die Frauen ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren und im besten Fall als qualifizierte Fachkräfte im Unternehmen bleiben. Die „Stark im Beruf“ - Kontaktstellen kennen die Frauen und die Lebensumstände sehr gut. Sie können die Frauen beraten und stehen ihnen als Ansprechpartner und Stütze zur Seite. Das ist ein stabilisierender Faktor und trägt auch dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Unsere eigenen Möglichkeiten, die Auszubildenden intensiver zu begleiten, sind bei 1.000 Auszubildenden leider begrenzt. Hier erleben wir die Kooperation mit der „Stark im Beruf“- Kontaktstelle beim IBBC als großen Mehrwert für unser Unternehmen.