„Stark im Beruf“ bringt Unternehmen mit potentiellen Mitarbeiterinnen zusammen

In ihrer Region suchen viele „Stark im Beruf“ - Kontaktstellen aktiv den Kontakt zu Unternehmen, um diese mit Teilnehmerinnen aus dem Programm zusammmenzubringen. Wie gut Unternehmen von dieser Zusammenarbeit profitieren, zeigt sich am Standort Kamen.

Mehmet Güven ist Dachdeckermeister und Geschäftsführer des Dachdeckerbetriebs Kamen.

Wir haben in unserem Betrieb weitere Unterstützung im Büro gesucht und daher eine Anzeige für eine Ausbildungsstelle beim Jobcenter geschaltet. Daraufhin haben wir direkt einen Anruf erhalten von Frau von Hall vom Multikulturellen Forum mit dem Vorschlag, eine Teilnehmerin aus dem Programm „Stark im Beruf“ persönlich kennenzulernen und ihr ein Kurzpraktikum zu ermöglichen. Das Engagement der Kontaktstelle hat uns sehr imponiert und da wir konkreten Unterstützungsbedarf hatten, haben wir zeitnah ein Praktikum realisiert. Schnell war uns klar, dass die Teilnehmerin sehr gut zu uns passt, sodass wir ihr schon am dritten Praktikumstag einen Ausbildungsvertrag angeboten haben. Die Teilnehmerin hat uns überzeugt aufgrund ihrer erstklassigen Arbeitseinstellung und ihrer großen Lernbereitschaft. Nach kurzer Zeit spricht sie bereits so gut Deutsch, dass sie die telefonische Kundenkommunikation mitverantwortet. Natürlich muss sie nun ihre handwerkliche und kaufmännische Expertise weiterentwickeln – wie jede und jeder Auszubildende. Wir freuen uns sehr darüber durch „Stark im Beruf“, eine so hoch motivierte Mitarbeiterin gefunden zu haben, die wir nun zur Fachkraft ausbilden können.

Beatrice von Hall ist Projektmitarbeiterin bei der „Stark im Beruf“ - Kontaktstelle Multikulturelles Forum e. V.

Wir gehen regelmäßig proaktiv auf interessante Unternehmen zu und haben für die Ansprache erfolgreiche Instrumente entwickelt. So fragen wir bei Personalleitungen und Geschäftsführungen Betriebsbesichtigungen an, in denen sich Betriebe und Mütter un-verbindlich kennenlernen. Außerdem bieten wir Veranstaltungen an, bspw. Fachforen mit hochkarätigen Gästen zu Themen wie dem Arbeitsrecht für Geflüchtete. Meistens recherchieren wir auf einschlägigen Informationsportalen nach offenen Stellen, die zu den Interessen und Fähigkeiten unserer Teilnehmerinnen passen. Anschließend nehmen wir Kontakt zu den Unternehmen auf, stellen das Programm „Stark im Beruf“ vor und vereinbaren einen Kennenlerntermin. Bei den Unternehmen treffen wir meist auf große Offenheit für den Vorschlag, die Mütter ein zwei- bis dreiwöchiges unentgeltliches Praktikum absolvieren zu lassen. In dieser Zeit stellt sich meistens für beide Seiten heraus, ob eine dauerhafte Zusammenarbeit das Richtige ist.