Interview Bremerhaven: „Mütter haben einfach ein gewisses Organisationstalent“

Foto: BMFSFJ/Piero Chiussi
Nina Smaguc-Middendorf

Nina Smaguc-Middendorf ist seit zwei Jahren Vorstandmitglied der BRIVAG, Bremerhavener Immobilien- und Vermögensverwaltungs AG. Sie beschäftigt in ihrem Unternehmen zwei Teilnehmerinnen aus dem Programm „Stark im Beruf“. Im Interview erzählt sie über die Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle und berichtet, warum Mütter mit Migrationshintergrund ein Gewinn für Unternehmen sind.

 

Seit wann und wie arbeiten Sie mit dem Projekt in Bremerhaven zusammen?
Anfang des Jahres 2018 war ich auf der Suche nach weiteren Mitarbeiterinnen im Bereich Bürokommunikation. Über das AFZ, Arbeitsförderungs-Zentrum im Lande Bremen GmbH, bin ich auf das Projekt MIA im Programm „Stark im Beruf“ aufmerksam geworden. Die Projektleitung Frau Bulut konnte mir kurzfristig zwei interessierte Teilnehmerinnen für ein Praktikum vermitteln. Zwei Mütter mit Migrationshintergrund aus Polen und Russland. Beide Mütter haben so gut ins Unternehmen gepasst, dass ich ihnen nach dem Praktikum eine unbefristete Anstellung angeboten habe.

Welche Möglichkeiten bietet Ihr Unternehmen?
Teilnehmerinnen im Programm „Stark im Beruf“ haben die Möglichkeit über ein Praktikum die Tätigkeit als Bürokauffrau näher kennenzulernen und sich anschließend mit einer Festanstellung im Unternehmen langfristig zu etablieren. In Zukunft könnte ich mir auch vorstellen, selbst auszubilden.

Wie haben Sie die beiden Mütter kennengelernt und was war Ihnen bei der Einstellung wichtig?
Der erste Kontakt zu den Müttern wurde über die MIA Projektleitung, Frau Bulut, hergestellt. Schnell hat dann ein persönliches Bewerbungsgespräch stattgefunden. Wichtig für die Beschäftigung war mir in erster Linie Sympathie und Vertrauen und weniger die fachliche Qualifikation. Die Einarbeitung hat dann auch fachlich überraschend gut funktioniert.

Welchen Mehrwert hat die Zusammenarbeit mit dem Projekt in Bremerhaven für Ihr Unternehmen gebracht?
Die Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für viele Unternehmen nicht einfach. Frau Bulut, Leiterin im „Stark im Beruf“ Projekt MIA, hat mir auf Anhieb zwei interessierte Teilnehmerinnen aus ihrem Projekt vorgeschlagen und tatsächlich hat es sofort gepasst. Ich musste nicht selbst eine Stellenanzeige schalten und Bewerbungsunterlagen sichten.

Was können Sie anderen Arbeitgebern raten, die sich für die Zusammenarbeit mit dem Programm „Stark im Beruf“ interessieren?
Das Programm bringt Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber unkompliziert zusammen. Die Teilnehmerinnen im Programm „Stark im Beruf“ sind unheimlich engagiert. Die Mütter wollen gerne ins Berufsleben kommen, das merkt man. Arbeitgeber finden durch das Programm Zugang zu einer Zielgruppe, die viel Potential bietet. Die Zusammenarbeit mit dem Programm „Stark im Beruf“ empfehle ich deshalb auch anderen Arbeitgebern weiter, die auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind.

Warum sind Mütter mit Migrationshintergrund ein großer Gewinn für Unternehmen?
Die Mehrsprachigkeit, die die Frauen mitbringen, ist ein enormer Gewinn. Viele Kundinnen und Kunden fühlen sich gut aufgehoben, wenn man ihnen auch auf einer anderen Sprache als Deutsch begegnen kann. Grundsätzlich könnten wir heute alle Sprachen gebrauchen. Außerdem haben Mütter einfach ein gewisses Organisationstalent, das ist ein großer Vorteil für jedes Unternehmen.