Sprachförderung in Finnland

Integration familienfreundlich gestalten. Sprachkurse in Kitas in Finnland

In Finnland werden Menschen mit Migrationshintergrund durch die Arbeitsagenturen in Integrationsmaßnahmen vermittelt. Nicht berufstätige Eltern mit Migrationshintergrund laufen Gefahr, von solchen Maßnahmen ausgeschlossen zu bleiben. Diese wichtige Lücke will die finnische Regierung schließen. Nichtberufstätige Eltern, insbesondere Mütter, gelten seit Kurzem als besonders förderbedürftige Zielgruppe und sind somit Teil von Integrationsmaßnahmen.

„Osallisena Suomessa“: An der finnischen Gesellschaft teilhaben

So lautet eine der umfangreichsten Integrationsinitiativen der letzten Legislaturperiode. Von  2010-2013 wurden 29 Projekte durch die Kommunen und den dritten Sektor umgesetzt. Ein Teil dieser Projekte bot spezifische Angebote für nicht berufstätige Eltern an. Die Kombination aus Bildungsangeboten für Eltern mit Migrationshintergrund und Kinderbetreuungsangeboten stand hier im Fokus.

Ganzheitliche Sprachkurse für Eltern

Als Teil von „Osallisena Suomessa“ organisierten die Städte Espoo und Vantaa finnische Sprachkurse für nicht berufstätige Eltern mit Migrationshintergrund für den Zeitraum 2011-2013. Mit Sprech-, Hör-, Lese- und Schreibübungen wurden die praktischen Sprachkenntnisse gefördert.

Die Kurse wurden auf die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten. Neben der sprachlichen Bildung zielten sie darauf ab,

  • die Bereitschaft der Zielgruppe, die finnische Sprache zu lernen, zu steigern,
  • soziale Beratung anzubieten,
  • die Zielgruppe in ihrer Rolle als Eltern zu unterstützen und
  • die Lernbereitschaft der ganzen Familie zu fördern.

Die Kurse in Vantaa wurden von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern, Sozialarbeiterinnen und -arbeitern sowie Familienberaterinnen und -beratern durchgeführt, um alle diese Aspekte abdecken zu können.

Umgesetzt wurden die Kurse in Kitas, damit die Kinder der Teilnehmenden während der Kurszeiten betreut werden konnten. Die Kosten für die Kinderbetreuung übernahmen die Kommunen. Hierdurch konnte versichert werden, dass die Teilnehmenden die Kurse mit ihren familiären Pflichten vereinbaren konnten.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Sprachkurse war die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus verschiedenen Bereichen, insbesondere aus der frühkindlichen Bildung, der Sozialarbeit und der Weiterbildung. Die Koordination ihrer Arbeit ermöglichte den ganzheitlichen Ansatz der Kurse.

Ausblick

Die Maßnahmen von „Osallisena Suomessa“ werden unter der neuen Regierung unter dem Programm „Kotona Suomessa“ (Zu Hause in Finnland) weitergefördert. Auch die Ansätze zur sprachlichen Förderung von nichtberufstätigen Eltern, die unter „Osallisena Suomessa“ erprobt wurden, werden als Teil des neuen Programms weiterentwickelt und evaluiert.

„Mit unserer Untersuchung möchten wir die Frage beantworten, inwiefern die Angebote langfristig in den Kommunen etabliert werden können“, erzählen Kalle Lammimäkki und Antti Eronen, die Evaluatoren der Projekte. „Ergebnisse teilen wir gerne mit den Projekten im Programm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“.