Praxisporträt Düsseldorf: Zukunftswerkstatt Düsseldorf setzt auf Kooperationspartner

„Die Zukunftswerkstatt Düsseldorf (ZWD) hat sich bei der Suche und Qualifizierung motivierter Frauen für die Arbeit im Gesundheitsbereich tatkräftige Unterstützung durch Kooperationspartner mit an Bord geholt, so –neben anderen Akteuren der Gesundheitsbranche / des Gesundheitswesens – die Zahnärztekammer Nordrhein. Über 6 Monate werden die Frauen durch Schulungen und Praktika zur Fachkraft für die Aufbereitung zahnmedizinischer Instrumente weiterqualifiziert. Unser Ziel ist es, motivierte und fachlich geeignete Frauen zu finden und ihnen eine berufliche Perspektive als Fachkraft zu ermöglichen“, erklärt Sandra Schröder von der ZWD. Der ZWD war dabei klar, dass die Kooperation mit einzelnen Praxen einen extrem hohen Organisations- und Kommunikationsaufwand bedeuten würde. „Wir haben uns daher gezielt für die Zusammenarbeit mit einer Kammer entschieden, um die Qualifizierung vieler Teilnehmerinnen zu ermöglichen und eine hohe Zahl von Zahnärztinnen und Zahnärzten zu erreichen.“ Voraussetzung für die Teilnahme auf Seiten der Frauen sind ein bestandener Schulabschluss, A2-Sprachkenntnisse und die unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland.  

Individuelles Coaching trifft auf fachliche Qualifizierung

Durch die Kooperation im Rahmen des Programms „Stark im Beruf“ ergänzen sich die Kompetenzen der ZWD und der Zahnärztekammer optimal. Die ZWD bereitet die Teilnehmerinnen über drei Monate im Sinne einer theoretischen Basisqualifizierung auf die zukünftige Arbeitsaufnahme vor. Unter anderem profitieren die Frauen von EDV-Schulungen sowie berufsbezogener Sprachförderung, Hilfestellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Kursen zum Thema Konfliktmanagement. Bisher haben in zwei Runden insgesamt 37 Teilnehmerinnen die Chance zur Qualifizierung ergriffen. Anschließend besteht für die Frauen die Möglichkeit, eine dreimonatige Qualifizierung bei der Kammer zu durchlaufen. Dabei lernen sie unter anderem, Medizinprodukte hygienisch aufzubereiten und die Vor- und Nachbereitung der Behandlungsräume eigenständig zu übernehmen. So werden die Teilnehmerinnen fachlich fit gemacht für den Arbeitsalltag in der Praxis. Der Jobcoach der ZWD und die Kammer informieren alle Mitglieder der Kammer über das Projekt und stellen so Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern her. In den Bewerbungsphasen steht die ZWD den Teilnehmerinnen wiederum mit Rat und Tat zur Seite.   

„50 Prozent der Teilnehmerinnen wurden direkt übernommen“

Dr. Christian Pilgrim, Zahnärztlicher Direktor der Zahnärztekammer Nordrhein, freut sich über den Erfolg der Kooperation: „Teil unserer Qualifizierung sind Praxisphasen in Zahnarztpraxen. Das hat bisher zu einer tollen Vermittlungsquote von 50 Prozent geführt. Einen Tag nach der Prüfung hielten die Teilnehmerinnen bereits ihren Arbeitsvertrag in den Händen.“ Er lacht: „Das bedeutet jetzt aber auch für uns, dass wir uns nach neuen Praxen für die nächste Qualifizierungsrunde umsehen müssen.“ Für die Kammern ist die Zusammenarbeit mit der ZWD von großem Interesse, da die Zahnärzteschaft intensiv bemüht ist, einem Fachkräftemangel vorzubeugen. 

Langjährige Kooperation

Die Zusammenarbeit zwischen der ZWD und der Zahnärztekammer besteht bereits seit 2013. Damals wurden gemeinsam Modelle für die betriebliche Kinderbetreuung erarbeitet. Aufgrund der positiven Erfahrungen schlug die ZWD der Zahnärztekammer 2015 vor, im Rahmen des Projekts „Stark im Beruf“ zusammenzuarbeiten. Inzwischen läuft bei „StiB“, wie das Projekt bei der ZWD intern liebevoll abgekürzt wird, der dritte Kurs und sowohl die Verantwortlichen als auch die Kooperationspartner und nicht zuletzt die Teilnehmerinnen sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und den erfreulichen Ergebnissen. Für die weitere Fortführung des Projektes plant die ZWD, den Kreis der Kooperationspartner auszuweiten und sucht noch interessierte Unternehmen oder Unternehmensverbände.