Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern mit Migrationshintergrund

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für Familien in Deutschland erste Priorität – das zeigt der „Familienreport“ des Bundesfamilienministeriums. Eltern mit Kindern unter 18 Jahren sehen die leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als eine der wichtigsten Aufgaben der Familienpolitik. Für 68 Prozent der Mütter und 54 Prozent der Väter ist eine gute Vereinbarkeit eine wichtige Voraussetzung für Lebensqualität.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Einverdienermodell: Bei Familien mit Migrationshintergrund ist das klassische Einverdienermodell mit erwerbstätigem Vater verbreiteter (38 Prozent) als bei Familien ohne Migrationshintergrund (24 Prozent).
  • Erwerbstätigkeit von Müttern: Mütter mit Migrationshintergrund haben seltener eine Vollzeitstelle inne (15 Prozent) als Mütter ohne Migrationshintergrund (22 Prozent). 24 Prozent der Mütter mit Migrationshintergrund arbeiten 15 bis 32 Stunden pro Woche, 13 Prozent weniger als 15 Stunden.
  • Klassische Rollenvorstellung: Die klassischen Rollenvorstellungen mit Blick auf Erwerbstätigkeit und Kindererziehung sind bei Familien mit Migrationshintergrund deutlich stärker ausgeprägt als bei Familien ohne Migrationshintergrund: Die Hälfte (49 Prozent) aller Mütter mit Migrationshintergrund stimmen der Aussage zu, dass Frauen sich insbesondere Heim und Kinder wünschten.
  • Nutzen von Kinderbetreuungsangeboten: Familien mit Migrationshintergrund (21 Prozent) nutzen Kinderbetreuungsangebote für 0- bis unter 3-Jährige weiterhin seltener als Familien ohne Migrationshintergrund (38 Prozent).

Die Arbeitsteilung von Müttern und Vätern ist nicht immer gleichberechtigt.

Über alle Familien hinweg verfolgen immer weniger Eltern das klassische Einverdienermodell, in dem einzig der Vater erwerbstätig ist und die Mutter sich um Kinder und Haushalt kümmert. Einwanderfamilien sind jedoch traditioneller: Bei ihnen lebt jede zweite Paarfamilie das Einverdienermodell. Die Abbildung zeigt die Erwerbskonstellationen von Müttern und Vätern in Familien mit Migrationshintergrund.

Einstellung zu Rollenmustern

Dass Familien mit Migrationshintergrund sich weniger stark am partnerschaftlichen Erwerbsmodell orientieren, zeigt sich auch an ihrer Einstellung zu Rollenbildern. Während mit 46 Prozent fast die Hälfte der Väter mit Migrationshintergrund die Aufgabe des Ehemanns darin sehen, Geld zu verdienen und die Aufgabe der Ehefrau, sich um den Haushalt und die Familie zu kümmern, stimmen dieser Aussage nur 20 Prozent der Väter ohne Migrationshintergrund zu.

Weitere Daten zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern mit Migrationshintergrund“ finden Sie in Kapitel VI der Publikation „Gelebte Vielfalt: Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland“.

Im Themenbereich „Partnerschaftliche Organisation“ finden Sie weitere Informationen und Interviews zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.