Bildungsstand von Müttern, Vätern und Kindern mit Migrationshintergrund

Einwandererfamilien werden in Deutschland „häufig mit einem niedrigen sozioökonomischen Status und einem niedrigen Bildungsniveau assoziiert“, so der Wissenschaftliche Beirat des Bundesfamilienministeriums in seinem Gutachten „Migration und Familie. Kindheit mit Zuwanderungshintergrund“. Dabei lohnt ein differenzierter Blick auf ihren Bildungsstand.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Schulbildung der Eltern: In neun von zehn Familien mit Migrationshintergrund haben die Eltern einen Schulabschluss.
  • Höchster Schulabschluss der Eltern: Das (Fach-)Abitur hat mindestens ein Elternteil in 42 Prozent der Familien mit Migrationshintergrund erlangt, Mütter (32 Prozent) etwas häufiger als Väter (30 Prozent). In jeder vierten Familie ist der höchste Schulabschluss ein Hauptschulabschluss.
  • Bedeutung von Bildung: Eltern in Einwandererfamilien haben hohe Bildungswünsche und -erwartungen an ihre Kinder.
  • Berufsbildung der Eltern: Die Anzahl der beruflich geringqualifizierten Eltern mit Migrationshintergrund ist überdurchschnittlich hoch: In jeder vierten Familie hat weder Mutter noch Vater einen (in Deutschland anerkannten) Berufsabschluss. Vor allem Mütter mit Migrationshintergrund (44 Prozent) haben häufig keinen (anerkannten) beruflichen Bildungsabschluss, obwohl sie im Vergleich zu Vätern mit Migrationshintergrund über höhere schulische Abschlüsse verfügen.

Schulabschlüsse in Familien mit Migrationshintergrund

Das (Fach-)Abitur ist der häufigste Schulabschluss in Familien mit Migrationshintergrund – in 42 Prozent der Familien mit Migrationshintergrund hat mindestens ein Elternteil diesen Abschluss erlangt. In knapp einem Drittel aller Einwandererfamilien haben Elternteile einen Hauptschulabschluss (23 Prozent) oder keinen Schulabschluss (neun Prozent). Mütter mit Migrationshintergrund besitzen mit 58 Prozent etwas häufiger als Väter mit Migrationshintergrund (53 Prozent) ein (Fach-)Abitur oder einen Realschulabschluss.

Berufsabschlüsse in Familien mit Migrationshintergrund

Elternteile mit einem akademischen Abschluss finden sich in knapp einem Viertel aller Familien mit Migrationshintergrund (24 Prozent), bei Familien ohne Migrationshintergrund liegt der Anteil bei 30 Prozent – der Unterschied ist mit sechs Prozentpunkten also relativ gering. Sehr viel deutlicher ist die Differenz zwischen Elternteilen mit und ohne Migrationshintergrund, die nicht über einen (in Deutschland anerkannten) Berufsabschluss verfügen. Der Anteil bei Familien mit Migrationshintergrund liegt bei 26 Prozent, bei Familien ohne Migrationshintergrund aber bei nur sechs Prozent.

Trotz der vergleichsweise besseren schulischen Bildung fällt auf, dass Mütter mit Migrationshintergrund wesentlich seltener über einen (anerkannten) beruflichen Bildungsabschluss verfügen als Väter mit Migrationshintergrund: Der Unterschied beträgt sechs Prozentpunkte (44 Prozent bei Müttern und 38 Prozent bei Vätern).

Weitere Daten zum Thema „Bildungsstand von Müttern, Vätern und Kindern mit Migrationshintergrund“ finden Sie in Kapitel III der Publikation „Gelebte Vielfalt: Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland“.