Die Transfertagung zeigt: „Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ startet mit Schwung in eine zweite Förderphase

Am 22. November 2018 lud das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu einer Transfertagung von „Stark im Beruf“ in Berlin ein. Vertreterinnen und Vertreter der „Stark im Beruf“ Kontaktstellen der ersten und zweiten Förderphase, Partner aus der Arbeitsverwaltung und Akteure aus der Fachöffentlichkeit nahmen an der Transfertagung teil.

Caren Marks macht deutlich: Das Programm lohnt sich!

Rund 90 Kontaktstellen begleiten, beraten und qualifizieren Mütter bundesweit in einer zweiten Förderphase ab 2019. Die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks schilderte eindrücklich die bisherigen Erfolge des Programms: Über 9000 Mütter mit Migrationshintergrund wurden auf ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit begleitet. 6.400 Mütter haben die Projekte komplett durchlaufen. Rund zwei Drittel der Teilnehmerinnen haben nach „Stark im Beruf“ einen Erwerbsfokus, 37% sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, selbständig oder sind in Ausbildung. Caren Marks dankte den Kontaktstellen für ihre gute Arbeit und wies darauf hin, dass „ohne ihren tatkräftigen Einsatz die Durchführung des ESF-Bundesprogramm nicht möglich gewesen wäre.“ Dabei wurde deutlich: Die zweite Förderphase von „Stark im Beruf“ ist im Interesse des Bundesfamilienministeriums. „Wenn wir Mütter mit Migrationshintergrund sichtbar machen und Ihr Potenzial fördern, setzen wir uns für Vielfalt ein und zeigen das Integration gelingt. Mit starken Müttern und starken Familien mach wir unser Land stärker.“

Foto: BAFzA/Herbert Jennerichv.l.n.r. Dr. Carola Burkert, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB; Karin Hofmann, Projektleiterin der „Stark im Beruf“-Kontaktstelle, Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Köln; Alev Deniz, Leiterin des Berliner Landesnetzwerks im Förderprogramm IQ; Meryem Demirtas, Beauftrage für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und Migration, Jobcenter Köln; Petra Mackroth, Abteilungsleiterin im Bundesfamilienministerium; Moderatorin
Foto: BAFzA/Herbert JennerichCaren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin Bundesfamilienministerium
Foto: BAFzA/Herbert JennerichCristina Asturias, stellvertretende Leiterin des Länderreferats D5 bei der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission
Foto: BAFzA/Herbert JennerichDr. Carola Burkert, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB
Foto: BAFzA/Herbert JennerichPetra Mackroth, Abteilungsleiterin im Bundesfamilienministerium
Foto: BAFzA/Herbert JennerichTeilnehmende der Transfertagung „Stark im Beruf“
Foto: BAFzA/Herbert JennerichTeilnehmerinnen der Transfertagung „Stark im Beruf“

Cristina Asturias, stellvertretende Leiterin des Länderreferats D5 bei der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, erinnerte daran, dass ,,die Integration von Drittstaaten eine besondere Herausforderung für alle Staaten in der EU sei, auch für Deutschland.“ Integration ist aus humanitärer Sicht wichtig und auch aus wirtschaftlichen Gründen von entscheidender Bedeutung. Frau Asturias betont dabei die Vorreiter-Rolle des Programms für die Arbeitsmarktintegration und Fachkräftesicherung von Frauen. „‚Stark im Beruf‘ ist eines der wenigen Programme in der EU, die Frauen bzw. Mütter mit Flucht- und Migrationsgeschichte auf dem Weg in Arbeit unterstützen“. Teilnehmerinnen des ESF-Bundesprogramms ,,Stark im Beruf“ haben eine hohe Motivation, deswegen ,,verdienen diese Frauen weiterhin Unterstützung und Fördermaßnahmen.“ Dabei stellte sie besonders heraus, wie das Programm dem besonderen Bedarf von arbeitssuchenden Müttern gerecht wird.

Und auch aus fachlicher Sicht lohnt sich „Stark im Beruf“: Laut Dr. Carola Burkert vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist eine sichere Erwerbsperspektive entscheidend für die erfolgreiche Integration. Daher sprach sich die Arbeitsmarktexpertin dafür aus, dass stärker in Ausbildung und Qualifikation investiert wird. Denn obwohl die Bildung von Müttern mit Migrationshintergrund durchaus divers ist, hat die Zielgruppe mit 16 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Frauen ohne Schulabschluss. Frau Dr. Burkert fügte aber auch hinzu „für eine erfolgreiche Integration, sollten wir stärker von Potentialen herdenken um der Verschwendung von Potentialen entgegenzuwirken.“ 

Dieses Potenzial wird in aktuellen Zahlen deutlich: 400.000 Mütter mit Migrationshintergrund, die aktuell keine Erwerbstätigkeit ausüben, wollen sofort beruflich wiedereinsteigen. „Die Projektträger erkennen die Stärken von Müttern mit Migrationshintergrund“, sagte Meryem Demitras, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und Migration vom Jobcenter in Köln.

Auch Alev Deniz, Leiterin des Berliner Landesnetzwerks im Förderprogramm IQ, hatte nie Zweifel am Erfolg des Programms. Nur bei der Anerkennung von Abschlüssen müsse mehr getan werden. 44 Prozent der Teilnehmerinnen im Programm haben einen mittleren oder höheren Schulabschluss. Jedoch sind die Schul- und Berufsabschlüsse häufig noch nicht in Deutschland anerkannt. Bei der Anerkennung hilft „Stark im Beruf“ zwar, doch ,,die Anerkennungsverfahren in Deutschland dauern zu lange und Unternehmen können nicht so lange warten“ sagte Alev Deniz.

Für eine gelungene Arbeitsmarktintegration müssen Kontaktstellen und Betriebe in einem Boot sitzen. „Alle Frauen benötigen Unterstützung von der Wirtschaft“ betonte Petra Mackroth, Abteilungsleiterin für Familie im Bundesfamilienministerium. „Daher freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit im Programm „Stark im Beruf“.