Aktuelles

08.11.2019

Familien und insbesondere Mütter mit Fluchthintergrund stehen bei der Integration in den Arbeitsmarkt vor besonderen Herausforderungen und brauchen Unterstützung. Das belegt ein neues Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen.

 

Am 8. November hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ein neues Gutachten zu Familien- und Lebensformen geflüchteter Erwachsener und ihrer Kinder vomWissenschaftlichen Beirat für Familienfragen entgegengenommen. Das Gutachten zeigt, dass in Familien, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflohen sind, häufig mehrere und sehr junge Kinder leben. Die Verantwortung für die Familie stellt geflüchtete Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt vor besondere Herausforderungen: Sie sind deutlich seltener erwerbstätig als geflüchtete Männer. Dies ist auch damit zu erklären, dass zwei Drittel der geflüchteten Frauen - im Vergleich zu nur einem Drittel der Männer - mit ihren Partnern und Kindern in einem Haushalt leben.

Mit dem ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" unterstützt das Bundesfamilienministerium daher speziell Mütter mit Migrationshintergrund beim Erwerbseinstieg, darunter auch geflüchtete Mütter. Unter den insgesamt 12.000 Teilnehmerinnen waren bereits 2600 geflüchtete Mütter. 20 Prozent von ihnen haben den Weg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden und 37 Prozent während der Teilnahme eine Qualifizierung erhalten, die sie an den Arbeitsmarkt heranführt. Besonders großen Zuspruch erfährt das Programm unter denen, die erst seit Kurzem in Deutschland sind. "Stark im Beruf“ begleitet die Mütter von der Feststellung ihrer Kompetenzen über Coaching und Praktika bis hin zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder Ausbildung. Dass frühzeitige Integrationsmaßnahmen besonders erfolgreich sind, belegt auch eine aktuelle OECD-Studie.

Foto:

Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen übergibt Dr. Franziska Giffey das Gutachten mit dem Titel "Familien mit Fluchthintergrund: Aktuelle Fakten zu Familienstruktur, Arbeitsmarktbeteiligung und Wohlbefinden"

© BMFSFJ

19.08.2019

Im Mittelpunkt der nächsten Trägerkonferenz des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf“ steht die Frage, welche Potenziale die Beschäftigung von Müttern mit Migrationshintergrund bietet: Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen bei der Einstellung von Migrantinnen? Welche Bedarfe bestehen angesichts des Fachkräftemangels? Welche Unterstützung bieten Arbeitsverwaltung und „Stark im Beruf“-Träger? Diese und viele weitere Fragen sollen auf der Konferenz diskutiert werden.

Der öffentliche Teil der Trägerkonferenz findet statt am:

Donnerstag, 12.09.2019 | 10:00 – 18:30 Uhr

Victor’s Residenz-Hotel Erfurt | Häßlerstraße 17, 99096 Erfurt

Weitere Informationen können dem Programm entnommen werden. Bei Interesse an einer Teilnahme senden Sie bitte eine E-Mail an starkimberufstiftung-spi.de .

05.08.2019

Dialogforum in Bergkamen

In Bergkamen richtet das Projekt „Starke Mütter – Starke Unternehmen Plus“ am 26. September ein Dialogforum zum Thema „Potenziale von geflüchteten Frauen – Chancen für die Fachkräftesicherung“ aus. In der Veranstaltung werde u.a. aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen und Förderangebote vorgestellt. Außerdem wird es eine Talkrunde mit Arbeitgebern, Verwaltungsfachstellen sowie Projektteilnehmerinnen zum Thema „Berufliche Integration betrifft alle!“ geben, in der u.a. auch die Möglichkeiten berufsbezogener und berufsbegleitender Azubi-Sprachkurse erörtert werden.

Veranstaltungsort: Rathaus Bergkamen, Rathausplatz 1, 59192 Bergkamen

Weitere Infos zur Aktion in Bergkamen

Einladungskarte zum Dialogforum

Interkultureller Brunch in Fulda

In Fulda findet am 26. September ein interkultureller Brunch des AWO Kreisverbandes Fulda e.V. statt. Die Mitarbeiterinnen des Projektes präsentieren die Erkenntnisse aus dem Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“, informieren über das Projekt und laden alle zum Dialog über das Thema „Unterstützung der Mütter mit Migrationshintergrund auf dem Weg in die Erwerbsintegration“ ein. Die ehemaligen Teilnehmerinnen berichten über Stolpersteine und Erfolge auf ihrem Weg. Die bestehenden Teilnehmerinnen bringen ihre traditionellen Leckereien für das gemeinsame Buffet mit und freuen sich auf zahlreiche Interessentinnen und Interessenten.

Veranstaltungsort: Mehrgenerationenhaus Bürgerzentrum Aschenberg, Aschenbergplatz 16-18, 36039 Fulda

Weitere Infos zur Aktion in Fulda

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31.07.2019

Am 17./18. August öffnet das Bundesfamilienministerium in Berlin wieder seine Pforten für Jung und Alt. Auch „Stark im Beruf“ wird mit einem Stand vertreten sein. Es erwarten Sie Vertreterinnen von Kontaktstellen, die Ihnen mit Fragen rund um das Programm weiterhelfen können. Darüber hinaus wird es eine Aktion für die Kinder geben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen: www.bmfsfj.de

20.06.2019

Die „Stark im Beruf“- Kontakstelle beim Multikulturellem Forum e.V. präsentiert sich auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag im Rahmen eines Workshops zum Thema: „Erwerbspotenziale von Frauen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung erschließen“. Im Vordergrund stand dabei der Beitrag von Frauen mit internationalen Biografien für die Fachkräftesicherung.

Arbeitgeberinnen aus Dortmund und Umgebung berichteten von ihren Erfahrungen bei der Einstellung von Frauen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung. Sie betonten, dass es insgesamt eine große Offenheit bei der Einstellung von Frauen in Arbeit und Ausbildung gibt, da man es sich als Unternehmen im heutigen Wettbewerb um qualifizierte Köpfe schlicht nicht leisten kann, das bestehende Potenzial dieser Arbeitnehmergruppe nicht zu erschließen. Viele Unternehmen sind zudem selbst aktiv geworden und haben sich eigene Programme überlegt, um gezielt Frauen mit Migrationshintergrund und geflüchtete Frauen anzusprechen.

Zwei (ehemalige) Projektteilnehmerinnen schilderten die Erfahrungen auf ihrem Weg ins Berufsleben: von den Hürden, die sie dabei überwinden mussten bis hin zu den Hilfestellungen, ohne die ein erfolgreicher beruflicher Start nicht möglich gewesen wäre.

Die Projektverantwortliche des Projekts „Starke Frauen – Starke Unternehmen Plus“ beim Multikulturellen Forum, Hatice Müller-Aras, bilanzierte nach der Veranstaltung: „Durch diese Veranstaltung ist einmal mehr klargeworden, dass die Teilhabe am Erwerbsleben die Frauen stärkt. Mit unserem Projekt wollen wir das Potenzial der Frauen für den hiesigen Arbeitsmarkt stärker sichtbar machen. Wir fungieren somit als Brücke zwischen den Frauen, die sehr gerne in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten, und den Unternehmen.

Die vielfältigen Biografien der Projektteilnehmerinnen zeigten auf, dass ihr beruflicher Start in Deutschland oft holprig begann – mithilfe der in den Projekten geleisteten Unterstützung konnten sie aber über einen erfolgreichen beruflichen Einstieg berichten. Doch nicht nur die Frauen brauchen Unterstützung, auch die Unternehmen benötigen Hilfe bei der Gewinnung und Ansprache von Bewerberinnen sowie Begleitung bei der Bearbeitung von bürokratischen Fragestellungen.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Projekt „PerMenti – Perspektive – Mentoring – Integration“ von Grone und dem dffw (Dortmunder Forum Frau & Wirtschaft) sowie dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund statt.

Foto: Multikulturelles Forum e.V.

Weitere Informationen:
http://www.multikulti-forum.de/

19.06.2019

„Nun ist es Zeit eure eigenen Träume zu verwirklichen. Den Grundstein dafür habt ihr alle bereits in der Tasche“, sagt Zehra Özdemir am Tag der Zeugnisvergabe zu ihren Schülerinnen.Die Absolventinnen der Sozialassistenz-Klasse V feiern am Berliner Zeugnisvergabetag vor Sommerferienbeginn ihren Abschluss. 

Zehra Özdemir, Schulleiterin und Geschäftsführerin der staatlich anerkannten Berufsfachschule Destiny Diversity Academy (DDA), Projektträger im ESF-Bundesprogramm Stark im Beruf, erinnert sich in Ihrer Ansprache an ihren eigenen Traum. Schon während des Studiums der Sozialpädagogik wollte sie eine Schule für die Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten gründen – mit speziellem Fokus auf die Förderung und Unterstützung von Frauen. Diesen Traum erfüllte sie sich 2011 mit der Gründung der DDA im Brunnenviertel in Berlin-Wedding. Die Erzieher*innenausbildung, die an der DDA ab Februar 2020 startet, sei der nächste wichtige Schritt, aber noch nicht der letzte, den sie gehen werde.

Özdemir betont in Ihrer Abschlussrede besonders den familiären Aspekt der Schule, der auf  der Veranstaltung ebenfalls deutlich wird. Schülerinnen und Teilnehmerinnen unterschiedlicher Kulturen der beiden Sozialassistenz-Klassen, dem ESF-Kurs „Start? Klar!“ und den 

Weiterbildungen im pädagogischen Bereich und in der Pflege feiern in sommerlicher Atmosphäre gemeinsam mit den Ehrengästen sowie Angehörigen, Nachbarn, Netzwerkpartnern und Freunden. Der Geschäftsführer des Jobcenters Berlin-Mitte, Lutz Mania, sowie Manuela Arlt, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, unterstützen die Schulleitung bei der Zeugnisübergabe und richteten persönliche Grußworte und Wünsche an die stolzen Frauen. Das Jobcenter Berlin-Mitte kooperiert seit Beginn des ESF-Projekts im Jahre 2015 mit der DDA. Auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu, bekundet seine Hochachtung vor den Leistungen der Absolventinnen. Unter diesen befinden sich zahlreiche Mütter mit mehreren Kindern, die auch mit vorangeschrittenem Alter die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und noch weitere Schuljahre bis zur staatlich anerkannten Erzieherin absolvieren möchten.

Weitere Infos unter:

www.ddacademy.de

Ansprechpartnerinnen:

Jana Behrens (Projektleiterin des ESF-Projekts Start? Klar!), Tel.030 762 367 66, beh-rens[at]ddacademy.de und Julia Helmert (Projektkoordinatorin des ESF-Projekts Start? Klar!), helmert[at]ddacademy.de

20.06.2019

Die drei Hamburger „Stark im Beruf“-Kontaktstellen luden am 20. Juni 2019 zu einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung zur 2. Förderphase im ESF-Bundesprogramm des  Bundesfamilienministeriums. Die Gastgeber waren FLAKs – Zentrum für Frauen in Altona e.V., das Diakonische Werk Hamburg und die KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e.V., die schon seit der 1. Förderphase das Programm erfolgreich umsetzen. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner, der örtlichen Arbeitsverwaltung und der regionalen Unternehmen, die Servicestelle Stark im Beruf sowie Interessierte aus Politik und Vereinen.
Die Geschäftsführerin von FLAKs e.V., Elke Loh, begrüßte ihre Gäste und betonte, wie wichtig die Fortführung von „Stark im Beruf“  in eine 2. Förderphase sei. Diese Aufgabe übergab sie an ihre Nachfolgerin Rosa Bracker, die ab dem 1. Juli das Projekt übernimmt. Elke Loh wurde für ihr hohes Engagement und ihre große Tatkraft für das Projekt der Dank des Bundesfamilienministeriums übermittelt. 
Die Mitarbeiterinnen der drei Kontaktstellen stellten in kurzen Vorträgen ihre Arbeit vor und legten den Fokus vor allem auf Fragen rund um den Einstieg von Müttern in den Arbeitsmarkt und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Unternehmen. 
Die Leiterin der Kontaktstelle Treffpunkt Beruf des Diakonischen Werks, Frau Foik, hob als Erfolgsrezept die gute Vernetzung der Hamburger Träger untereinander und zu Einrichtungen wie den „Hamburger Elternlotsen (HELP)“ oder dem „ElternLaden“ hervor. Zusammen mit den passgenauen Angeboten der Kontaktstelle begründeten diese die sehr guten Vermittlungsergebnisse.
Auch “Stark im Beruf“-Teilnehmerinnen kamen zu Wort und konnten im Interview mit Franca D’Urso, Leiterin von „Stark im Beruf“ bei der KWB, ihren Weg zum Beruf in Deutschland schildern. Frau Ana Bergholz und Frau Linda Iwuala waren sich einig, dass es sich lohnt, sich weiterzubilden. „Bildung ist die beste Investition!“ beschrieb die vierfache Mutter Linda Iwuala aus Nigeria ihren Weg zur ausgebildeten sozialpädagogischen Assistentin. Sie arbeitet heute in einer Hamburger Kita und ist stolz, ihren Kindern ein Vorbild zu sein. 
In zwei Dialogworkshops zu den Themen  „Fit für den Berufseinstieg“ und „Zusammenarbeit mit Unternehmen“ hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven zusammenzutragen und Erfahrungen auszutauschen. Als Tipp wurde die direkte Ansprache von regionalen Unternehmen genannt, diese bringe gute Kontakte und wecke das Interesse der potentiellen Arbeitgeber. Auch hier ist eine Vernetzung der Träger untereinander ein Plus – z. B. wenn Betriebsbesichtigungen gemeinsam organisiert und durchgeführt werden.   
Die gut besuchte  Veranstaltung zeigt vor allem, dass aktive Zusammenarbeit – die Kontaktstellen untereinander, mit vielfältigen Kooperationspartnern, die Teilnehmerinnen miteinander – für alle gewinnbringend und wertvoll ist – und immer wieder Lösungen und neue Ideen generiert. 
Ausführlichere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie auch auf der KWB Seite unter folgendem Link: https://www.kwb.de/kwb/pages/index/p/1383/947 

08.11.2019

Familien und insbesondere Mütter mit Fluchthintergrund stehen bei der Integration in den Arbeitsmarkt vor besonderen Herausforderungen und brauchen Unterstützung. Das belegt ein neues Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen.

 

Am 8. November hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ein neues Gutachten zu Familien- und Lebensformen geflüchteter Erwachsener und ihrer Kinder vomWissenschaftlichen Beirat für Familienfragen entgegengenommen. Das Gutachten zeigt, dass in Familien, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflohen sind, häufig mehrere und sehr junge Kinder leben. Die Verantwortung für die Familie stellt geflüchtete Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt vor besondere Herausforderungen: Sie sind deutlich seltener erwerbstätig als geflüchtete Männer. Dies ist auch damit zu erklären, dass zwei Drittel der geflüchteten Frauen - im Vergleich zu nur einem Drittel der Männer - mit ihren Partnern und Kindern in einem Haushalt leben.

Mit dem ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" unterstützt das Bundesfamilienministerium daher speziell Mütter mit Migrationshintergrund beim Erwerbseinstieg, darunter auch geflüchtete Mütter. Unter den insgesamt 12.000 Teilnehmerinnen waren bereits 2600 geflüchtete Mütter. 20 Prozent von ihnen haben den Weg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden und 37 Prozent während der Teilnahme eine Qualifizierung erhalten, die sie an den Arbeitsmarkt heranführt. Besonders großen Zuspruch erfährt das Programm unter denen, die erst seit Kurzem in Deutschland sind. "Stark im Beruf“ begleitet die Mütter von der Feststellung ihrer Kompetenzen über Coaching und Praktika bis hin zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder Ausbildung. Dass frühzeitige Integrationsmaßnahmen besonders erfolgreich sind, belegt auch eine aktuelle OECD-Studie.

Foto:

Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen übergibt Dr. Franziska Giffey das Gutachten mit dem Titel "Familien mit Fluchthintergrund: Aktuelle Fakten zu Familienstruktur, Arbeitsmarktbeteiligung und Wohlbefinden"

© BMFSFJ

18.03.2019

Am 14.03. strahlte "Frau TV" im WDR Fernsehen einen Beitrag über eine Teilnehmerin des Projektes "Starke Mütter - Starke Unternehmen" der „Stark im Beruf“ Kontaktstelle beim Multikulturellen Forum e.V. Lünen aus. Ramia Safouri kam 2015 aus Syrien nach Deutschland. Im "Mütterprojekt" suchten die Projektleiterinnen gemeinsam mit der alleinerziehenden Mutter von vier Töchtern, die zuvor noch nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen war, nach einer beruflichen Perspektive . Seit letztem Jahr arbeitet Frau Safouri nun in Bergkamen bei POCO als Lageristin und hofft darauf, nach ihrem Einstiegsqualifizierungsjahr im Anschluss eine Ausbildung dort machen zu können. Ihre Töchter sind stolz auf ihre Mutter, die mit Ende 30 noch mal ziemlich von vorn anfängt und sich ihren Traum von der finanziellen Unabhängigkeit Stück für Stück erfüllt.

Im Anschluss an diesen Beitrag zeigte "Frau TV" einen Beitrag über das Projekt "Starke Mütter - Starke Unternehmen" im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf“, durch welches Safouri, sowie viele andere Frauen mit Migrationshintergrund, eine Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt aufgezeigt wurde. Das Projekt „Stark im Beruf“ unterstützt Mütter mit Migrationshintergrund auf ihrem (Rück-)Weg in den Arbeitsmarkt - macht aber auch die Potenziale dieser Gruppe von Erwerbsfähigen für die Unternehmen sichtbar.

Die ganze Sendung können Sie hier sehen:

https://www1.wdr.de/fernsehen/frau-tv/sendungen/themenvorschau-454.html

04.03.2019

Bundesfamilienministerin Giffey und der Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Scheele, haben heute eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet – Ziel ist, Mütter mit Migrationshintergrund den Weg in Erwerbstätigkeit zu ebnen.

Die Kooperation leitet gleichzeitig eine neue Förderphase des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf" ein, die nun bis zum 30.06.2022 läuft. In „Stark im Beruf" beraten künftig deutschlandweit 90 Kontaktstellen Frauen mit Migrationsgeschichte zu Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Vereinbarkeit und begleiten die Jobsuche.

Bei einem Termin im Vivantes-Klinikum Neukölln stellten Giffey und Scheele die Kooperation vor. Das klinikeigene Ausbildungsinstitut ist einer der Partner des Programms „Stark im Beruf".

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Gerade Mütter, die mit ihren Familien und teils noch kleinen Kindern zu uns zugewandert sind, brauchen ein gutes Angebot, um künftig auf eigenen Beinen zu stehen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Hier setzt ‚Stark im Beruf‘ an. Unsere Kontaktstellen bilden eine Brücke: sie vermitteln an Bildungsberatung, Sprachförderung, Kinderbetreuung und direkt in Praktika, Ausbildung oder Beschäftigung – alles in guter Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern vor Ort. Frauen können alles. Mit diesem Programm helfen wir ihnen, ihr Potential zu entfalten."

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, ergänzt: „Die Jobcenter und Arbeitsagenturen arbeiten sehr engagiert daran, die Mütter über ihre Möglichkeiten am Arbeitsmarkt zu informieren. Besonders intensiv wollen wir uns künftig auch um geflüchtete Frauen kümmern. Damit diese Mütter Schritt für Schritt im Berufs- und Arbeitsleben Fuß fassen können, ist ein Angebot wichtig, das die Frauen auch wirklich in ihrem Lebensalltag erreicht. Dies gelingt uns im Programm „Stark im Beruf" mit großem Erfolg. Wir freuen uns, dass wir dabei durch die Kooperation mit dem Ministerium zusätzliche Unterstützung bekommen."

Die neue Kooperationsvereinbarung zwischen Bundesfamilienministerium und Bundesagentur für Arbeit begleitet die zweite Förderphase des Programms „Stark im Beruf". Ein zentrales Ziel ist, die Erwerbswünsche der großen Zielgruppe der zugewanderten Mütter mit Migrationshintergrund gemeinsam mit Partnern in der Wirtschaft zu erfüllen.

In einer ersten 4-jährigen Phase haben 10.000 Mütter das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf" des Bundesfamilienministeriums durchlaufen – in enger Kooperation mit den lokalen Jobcentern und Arbeitsagenturen. 37 Prozent von ihnen, also mehr als jede dritte Mutter, konnte nach dem Programm eine sozialversicherungspflichtige Arbeit oder eine Ausbildung aufnehmen. Den Frauen wird auch bei der Anerkennung von Abschlüssen geholfen oder durch die Vermittlung von Praktika mit Perspektive auf Beschäftigung. Die meisten Mütter waren vor „Stark im Beruf" im Leistungsbezug.

Eine zweite, dreieinhalbjährige Förderphase des ESF-Programms läuft nun bis zum 30.06.2022. Bundesweit 90 Standorte werden mit jährlich maximal 75.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Dafür stehen ESF-Mittel in Höhe von 19,2 Millionen Euro zur Verfügung.

 

30.01.2018

Immer mehr Flüchtlinge gelingt die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Dies zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von seit 2013 eingereisten geflüchteten Menschen. Nachholbedarf besteht weiterhin bei Frauen mit Kindern.

Rund 20 Prozent der seit 2015 zugezogenen Geflüchteten gingen im Jahr 2017 einer Erwerbstätigkeit nach. Bis Oktober 2018 ist dieser Anteil auf 35 Prozent gestiegen, wie aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen. „Die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt geht gut voran“, stellt IAB-Forscher Herbert Brücker fest. Geflüchtete Frauen sind allerdings deutlich seltener am Arbeitsmarkt aktiv als geflüchtete Männer (6 Prozent gegenüber 27 Prozent). Die Unterschiede hängen der Studie zufolge teilweise mit den Familienkonstellationen zusammen, insbesondere wenn Kleinkinder zu betreuen sind.

Hintergrund: Die Befragung von mehr als 7.000 Geflüchteten wurde gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt.

BAMF-Kurzanalyse 01/2019

 

22.01.2019

Die Zahl der geflüchteten Frauen in Deutschland hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In ihren Biografien spiegelt sich die ganze Vielfalt an Bildungs- und Erwerbsverläufen, aber auch an Familienformen wider. Die Mehrheit der Frauen steht in Familienverantwortung, hat also für Kinder unter 18 Jahren zu sorgen. Bei aller Vielfalt eint sie eines: Sie wollen dazugehören, sich und ihre Familie integrieren sowie Zugang zu Sprache, Alltagsleben und Arbeit finden.

Der Monitor Familienforschung Nr. 40 zum Thema „So gelingt der Berufseinstieg von geflüchteten Müttern“ gibt Auskunft über demografische Eckdaten der geflüchteten Frauen und beschreibt den Unterstützungsbedarf auf dem Arbeitsmarkt. Im ersten Teil wird aufgezeigt, welche Sprachkenntnisse und Berufswünsche sie haben und wie sie sich in die Arbeitswelt integrieren, und ein eigenes Einkommen erwirtschaften können. Deutlich wird: Passgenaue Integrationsschablonen gibt es nicht, da jede Frau und jede Familie anders ist - entsprechend vielfältig und komplex sind die Herausforderungen und Bedarfe für den beruflichen Einstieg in Deutschland.

Im zweiten Teil des Monitors Familienforschung steht das durch den Europäischen Sozialfonds geförderten Bundesprogramm „Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ im Vordergrund. Hier geht es insbesondere um die Erkenntnisse, die innerhalb des Bundesprogramms mit den geflüchteten Müttern gewonnen werden konnten.

40. Monitor Familienforschung: So gelingt der Berufseinstieg von geflüchteten Müttern Erkenntnisse aus dem ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“

21.01.2019

In fast jeder dritten Familie in Deutschland hat mindestens ein Elternteil einen ausländischen Pass oder wurde eingebürgert. Die Borschüre „Gelebte Vielfalt: Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland“ nimmt diese Familien in den Blick. Sie bündelt zentrale Daten der Lebenslage von Familien mit Migrationshintergrund, zur Bildungsteilhabe, zur wirtschaftlichen Situation und beruflichen Integration der Familien sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Zu der Publikation ist nun eine aktualisierte Edition des Datenanhanges erschienen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gibt in dieser Publikation einen systematischen Überblick zur Lebenssituation von Familien mit Migrationshintergrund. Datengrundlage für den aktualisierten Datenanhang der Publikation sind eine Sonderauswertung der Mikrozensus-Daten von 2017 sowie komplementäre Daten der Befragungen des Panels Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS) aus dem Jahr 2017 und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2016 .

Aktualisierter Datenanhang zur Publikation „Gelebte Vielfalt: Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland“

 

15.01.2019

„Seit ich klein war, wollte ich Krankenschwester werden.“ erzählt Rita Sesey, die nie aufgehört hat, für ihren Traum zu kämpfen. Ihr Weg zur Ausbildung, mit der sie nun beginnt, war alles andere als einfach. Es galt viele Hürden zu überwinden ohne den Mut zu verlieren. Mit Hilfe von Treffpunkt Beruf, hat Rita Sesey ihr Ziel erreicht.

Seit Mai 2015 unterstützt das Projekt des Diakonischen Werkes Hamburg Frauen beim beruflichen (Wieder-)Einstieg im Rahmen des ESF-Programms „Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“. Beratung und individuelles Coaching stehen dabei im Mittelpunkt einer engen persönlichen Betreuung. Im Laufe von dreieinhalb Jahren wurden 180 Mütter beraten. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus: 46 von ihnen haben heute einen festen Arbeitsplatz, 50 wurden in eine weitere Qualifizierung vermittelt. Das entspricht einer Vermittlungsquote von 53%.

Viele Mütter mit Migrationshintergrund sind hoch motiviert, lieber heute als morgen eine Arbeit aufzunehmen und ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Viele von ihnen sind jedoch auch überfordert, diesen Weg alleine zu gehen. Hier setzt Treffpunkt Beruf an. Ninja Foik, die das Projekt von Beginn an leitet, berichtet: „Das Konzept, das Selbstbewusstsein der Mütter durch individuelle Hilfe zu stärken, hat sich sehr bewährt. Wenn Frauen wirklich motiviert sind, ist unsere Unterstützung genau das, was sie brauchen, um erfolgreich im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“ ??Doch es gibt auch Grenzen, die schwer zu überwinden sind. Ganz oben auf der Wunschliste für die nächste Förderperiode steht mehr Offenheit von Unternehmen hinsichtlich kultureller Vielfalt und auch gegenüber Lücken im Lebenslauf von Wieder- bzw. Quereinsteigerinnen. „Wir hoffen sehr, dass interkulturell offene Arbeitgeber Müttern mit Migrationsgeschichte die Chance zum Berufseinstieg geben und so anderen Arbeitgebern Mut machen, ihrem Beispiel zu folgen.“

Eine Broschüre dokumentiert ausführlich die Erfahrungen des Projektes. Die Broschüre ist hier (PDF) zu finden.

 

22.11.2018

Am 22. November fand in Berlin der Deutsche Arbeitgebertag statt, den in diesem Jahr u. a. Dr. Angela Merkel, die Vorsitzende der SPD Andrea Nahles und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer besuchten. Ebenfalls vertreten war das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“. An einem Messestand informierten sich Besucherinnen und Besucher, wie Unternehmen vom Bundesprogramm profitieren und wie der Berufseinstieg von Müttern mit Migrationsgeschichte gelingt.  

Der Deutsche Arbeitgebertag findet einmal jährlich zum Jahresende statt und wird organisiert von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) – Programmpartner von „Stark im Beruf“.

 

08.11.2018

Der Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Verwaltungspraxis stand im Fokus des jährlichen Zukunftskongresses Migration und Integration 2018 in Berlin. Am „Stark im Beruf“ – Stand sowie während eines Best-Practice-Dialogs wurde dabei diskutiert, wie Mütter mit Migrationsgeschichte ihren Weg in die Berufstätigkeit finden. 

Einen Erfolgsfaktor in der zielgruppengerechten Arbeitsmarktintegration verriet Ilknur Gümüs -  Leiterin der „Stark im Beruf“-Kontaktstelle in Berlin-Neukölln: „Wichtig ist es, auf jede einzelne Mutter individuell einzugehen. Wir diskutieren ihre Lebenssituation und finden entsprechende Unterstützungsbedarfe, die zu ihr passen.“ 

Entscheidend ist dabei vor allem, ein Vertrauensverhältnis zu berufssuchenden Müttern aufzubauen und ihnen Mut für ihre ersten Schritte in einem ihnen unbekannten Umfeld zuzusprechen. Dabei geht es auch darum, Missverständnisse im Berufsleben auszuräumen. „Wir machen dabei die Erfahrung, dass es insbesondere wichtig ist, Ehemänner vom Programm zu überzeugen, um innerfamiliäre Konflikte zu reduzieren.“ 

Ulrich Söding, Leiter des Instituts für berufliche Bildung im Gesundheitswesen (IbBG) im Vivantes Klinikum arbeitet bereits seit langem mit der Kontaktstelle in Neukölln zusammen. Mit vereinten Kräften bereiten sie teilnehmende Mütter auf eine Ausbildung als Krankenpflegerin vor. Dabei betonte Herr Söding die Vorteile der Kooperation mit „Stark im Beruf“ aus Unternehmerperspektive: „Für mich ist es eine große Entlastung, dass die Teilnehmerinnen professionell auf eine Ausbildung bei uns vorbereitet werden – so gibt es viel weniger Abbrüche.“ Er rät anderen Arbeitgebern zu mehr Mut, sich auf Arbeitnehmerinnen mit Migrationshintergrund und temporäre sprachliche Defizite einzustellen. „Wir schauen viel mehr auf Stärken: Im Pflegekontext ist die Mehrsprachigkeit ein großer Vorteil, da viele ältere Menschen in ihrer Muttersprache versorgt werden müssen.“  

Weitere Informationen und Impressionen vom diesjährigen Zukunftskongress finden Sie unter: https://integration.wegweiser.de/de/node/818

Dokumentation „Stark im Beruf“ auf dem Zukunftskongress Migration und Integration 2018 (PDF, 196 KB, nicht barrierefrei)

12.10.2018

Geflüchtete Mütter können den Erwerbseinstieg in Deutschland trotz teilweise geringer Vorkenntnisse packen - wenn ein starker Wille und gezielte Unterstützung zusammenkommen. Das war die Kernbotschaft des Zukunftsgesprächs "Jobchancen für geflüchtete Mütter - wie der berufliche Einstieg in Deutschland gelingt", das am 12. Oktober im Bundesfamilienministerium stattgefunden hat. Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin, sprach dazu mit mehreren Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Arbeitsverwaltung.

Diese stellten weitere Ergebnisse der Arbeit mit geflüchteten Müttern vor. Demnach benötigen die zugewanderten Frauen zusätzliche Beratung, um Erwerbsperspektiven zu entwickeln. Notwendig sind hier neben dem Ausbau von Sprachkompetenzen auch die Unterstützung bei Fragen der Alltagsbewältigung, beispielsweise bezüglich Wohnraum oder fehlender Kinderbetreuung.

Caren Marks: "Geflüchtete Mütter wollen arbeiten, unabhängig sein und ihr eigenes Einkommen erwirtschaften. Wenn diese Mütter gut integriert sind, klappt auch die Integration der Familie besser. Es ist daher richtig und wichtig, dass wir - in bewährter Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit - das Programm 'Stark im Beruf' ab 2019 an mittlerweile 90 Projektstandorten fortsetzen."

Die "Stark im Beruf"-Kontaktstellen konnten bislang rund 9000 Mütter mit Migrations- und Fluchthintergrund durch Alltagsbegleitung, Sprachkursvermittlung und Gruppenkurse auf ihrem Weg in die Berufstätigkeit unterstützen.

Zusammenfassung der Veranstaltung ,,Zukunftsgespräch: „Jobchancen für geflüchtete Mütter – wie der berufliche Einstieg in Deutschland gelingt“ (PDF, 392 KB, nicht barrierefrei)

05.07.2018

Ein Fachforum des Projekts „Starke Mütter – Starke Unternehmen“ in Kamen zeigte Unternehmen die Potenziale von Müttern mit Migrationshintergrund als qualifizierte Arbeitskräfte auf. Die Veranstaltung bot Einblicke in Wissenschaft und Praxis zu der Frage, wie mehr Mütter mit Migrationshintergrund für den Arbeitsmarkt gewonnen werden können.

Vor über 60 Gästen erzählte Raima Safouri aus Syrien im Sportzentrum Kamen-Kaiserau, wie ihr beruflicher Einstieg gelungen ist: „Ich habe, vermittelt durch das Projekt, verschiedene Praktika gemacht. In der Lagerlogistik hat es mir am besten gefallen. Vor Kurzem habe ich erfahren, dass ich dort über eine Qualifizierungsmaßnahme eine Ausbildung machen kann.“ Die alleinerziehende Mutter von vier Kindern freut sich über diese Chance und hofft auf das Verständnis ihres künftigen Arbeitgebers, sollte die Kinderbetreuung einmal nicht gewährleistet sein. Arbeitgeber für solche Belange zu sensibilisieren, sei laut Emine Sancar und Beatrice von Hall, Projektleiterinnen von „Starke Mütter – Starke Unternehmen“, eines der grundlegendsten Ziele ihrer Arbeit. 

Für Valerie Holsboer, Vorstand Ressourcen der Bundesagentur für Arbeit, ist ganz klar, dass die Beschäftigung mit dem Thema Erwerbstätigkeit von Müttern mit Migrationshintergrund unausweichlich ist. „Angesichts des Fachkräftebedarfes in vielen Branchen können wir auf Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt gar nicht verzichten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt in den Belegschaften der Unternehmen. Arbeit bedeutet Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, das Intensivieren von sozialen Kontakten und gibt jedem Menschen Selbstvertrauen. Gerade Mütter mit Migrationshintergrund üben eine Vorbildfunktion für ihre eigenen Kinder und die nachfolgenden Generationen aus. Deswegen ist es so wichtig, dass ihnen der Weg in das Arbeitsleben gelingt.“

Thomas Helm, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hamm, kann ihr in diesen Punkten nur beipflichten. Auch Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna, welches das Projekt kofinanziert, ist der Überzeugung, „dass wir alle davon profitieren können, Bewerberinnen mit multikulturellen Wurzeln dabei zu unterstützen, ihre Kompetenzen und Fertigkeiten in die Arbeitswelt einfließen zu lassen“, und freut sich „über die positiven Resonanzen regionaler Arbeitgeber.“ 

Drei regionale Unternehmen berichteten in der Talkrunde von ihren Erfahrungen: Wilhelm Kanne Junior von der Bäckerei Kanne, Erhan Dogan vom Comunita Seniorenhaus Sophia und Gülsen Koç vom Seniorenzentrum Haus an der Landwehr. Sie betonten unisono, dass es individuelle Lösungen brauche sowie Mut, Veränderungen aktiv zu gestalten. Man wünsche sich aber auch mehr Unterstützung durch die Politik, u.a. durch den Ausbau von Kinderbetreuungszeiten.

Internetseite des Multikulturellen Forums:
http://www.multikulti-forum.de/

Präsentationen zur Veranstaltung:
"Integration mit Zukunft: Erwerbsperspektiven für Mütter mit Migrationshintergrund" von Dr. Carola Burkert/IAB

Vorstellung des Projekts "Starke Mütter - Starke Unternehmen"

05.07.2018

Welche Familienleistungen gibt es und wo finde ich die passende Beratungsstelle vor Ort? Das neue, zentrale Familienportal des Bundesfamilienministeriums informiert zuverlässig über Familienleistungen, Antragsverfahren und gesetzliche Regelungen.

Das neue Familienportal informiert über sämtliche staatliche Familienleistungen. Von Mutterschutz über Kindergeld bis Elternzeit - das Familienportal bündelt alle wichtigen Informationen.
Das Familienportal orientiert sich an den unterschiedlichen Lebenslagen von Familien, wie zum Beispiel "Kinder und Jugendliche" oder "Familie und Beruf". Nutzerinnen und Nutzer finden so mit nur wenigen Klicks die gewünschten Informationen. Das Familienportal hilft auch dann, wenn noch gar nicht klar ist, welche Leistungen überhaupt in Frage kommen. Von Kinderwunsch über Schwangerschaft und Geburt bis zur Pflege Angehöriger - das Familienportal bietet nützliche Tipps sowie eine Übersicht, welche Leistungen Familien in ihrer Lebenslage bekommen können.

Die beliebten Online-Services des Bundesfamilienministeriums wie der Kinderzuschlagscheck oder der Elterngeldrechner sind ab sofort über das Familienportal abrufbar. Der Elterngeldrechner verfügt nun über weitere Funktionen, wie beispielsweise die Berücksichtigung von Minijobs. Auch das Infotool Familienleistungen ist in das Familienportal integriert und zusätzlich über die eigene Adresse www.infotool-familie.de erreichbar. Diese Tools helfen schnell und unkompliziert einen möglichen Anspruch auf Familienleistungen zu ermitteln oder diesen zu berechnen. Wo diese Leistung anschließend beantragt werden kann, zeigt die umfangreiche "Beratung-vor-Ort-Suche". Durch Eingabe ihrer Postleitzahl finden Familien die Stelle, wo sie Leistungen beantragen können sowie Unterstützungsangebote in ihrer Nähe.

15.06.2018

Das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird für eine zweite Förderphase zum 15. Juni 2018 ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 16. Juli 2018.

Die Zielsetzung von „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ bleibt auch in der 2. Förderphase, den Erwerbseinstieg für Mütter mit Migrationshintergrund zu erleichtern und den Zugang zu vorhandenen Angeboten der Arbeitsmarktintegration zu verbessern. Das BMFSFJ führt das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in einer zweiten Förderphase von 1/2019 bis 6/2022 fort. Gefördert werden sollen 90 Projekte bundesweit.

Ein Projekt kann in der 2. Förderphase mit bis zu 75.000 EUR ESF-Mitteln p.a. gefördert werden, und es wird eine Sachkostenpauschale (inkl. Honorare) in Höhe von 27 Prozent eingeführt. Die Förderdetails werden unter https://www.esf-regiestelle.de/foerderperiode-2014-2020/stark-im-beruf-muetter-mit-migrationshintergrund-steigen-ein/downloads-2-foerderphase.html veröffentlicht. 

Für das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf“ sind Träger antragsberechtigt, die regelmäßig Angebote zur Integration und/oder beruflichen Orientierung/Qualifizierung für Frauen/Mütter anbieten bzw. Kooperationen von Trägern, die sich in ihren Angeboten regional entsprechend ergänzen. Träger der örtlichen Arbeitsverwaltung haben das Projekt im Verbund mit einem Weiterleitungsempfänger umzusetzen.

Es wird empfohlen, sich bei Interesse an der Teilnahme umgehend mit der örtlichen Arbeitsverwaltung zu dem geplanten Projekt ab 2019 in Verbindung zu setzen und die Erarbeitung des Konzeptes abzustimmen und ggf. gemeinsam vorzunehmen. In Bezirken von Jobcentern oder Arbeitsagenturen, in denen zukünftig die Standard-Maßnahme Perf-W eingekauft wird, kann kein Projekt im Bundesprogramm „Stark im Beruf“ angeboten werden,  es sei denn, das Jobcenter oder die Arbeitsagentur bestätigt gegenüber dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen zusätzlichen Bedarf für das  „Stark im Beruf“-Projekt für Mütter mit Migrationshintergrund.

Interessenbekundungen können bis zum 16. Juli eingereicht werden. An das Interessenbekundungsverfahren schließt sich ein formales Antragsverfahren (voraussichtlich Ende August 2018) an.

14.05.2018

Die Frauen, die Ministerin Giffey heute (Montag) zum Mittags-Empfang im Bundesfamilienministerium begrüßte, sind „stark im Beruf“. Es sind Frauen mit Migrationshintergrund, die den Einstieg in Ausbildung und Arbeit in Deutschland geschafft haben. Sie erzählen, was möglich ist, wenn ein starker Wille und gezielte Unterstützung zusammenkommen.

Film „Erfahrungen der Projektteilnehmerinnen“

„Frauen können alles.", sagte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: "Es ist nicht wichtig, woher eine Frau kommt. Es ist wichtig, wo sie hin will. Doch gerade bei den zugewanderten Müttern klaffen beim Thema Arbeit Wunsch und Wirklichkeit oft auseinander. Hier setzt „Stark im Beruf“ mit Erfolg an. Ich freue mich über und für jede Frau, die den Schritt in Arbeit geschafft hat. Das gibt den Frauen Selbständigkeit und Selbstvertrauen."

Artikel in der Schwäbischen Zeitung: Giffey will Zugewanderten den Start in den Job erleichtern

Bei dem Empfang warb die Bundesfamilienministerin gemeinsam mit Vertretern der Bundesagentur für Arbeit und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) dafür, Mütter mit Zuwanderungsgeschichte bei der Integration in den Arbeitsmarkt stärker in den Blick zu nehmen. Mit der Bundesagentur für Arbeit besteht im Rahmen des Programms eine enge Kooperation.

Valerie Holsboer, Vorstand Ressourcen der Bundesagentur für Arbeit : „Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund benötigen beim Berufseinstieg besondere Unterstützung. Angesichts des Fachkräftebedarfs in vielen Branchen sehen wir als Bundesagentur für Arbeit in diesen Frauen ein wichtiges Potential, welches wir durch frühzeitige Aktivierung besonders in den Bedarfsgemeinschaften, durch individuelle Beratung und gezielte Förderung noch stärker heben wollen. Wir gehen dabei dreigleisig vor und unterstützen bei Spracherwerb, Qualifizierung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Enge Partner der 80 Kontaktstellen sind die Unternehmen vor Ort. Dr. Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer: „Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag, um den Berufseinstieg für zugewanderte Mütter zu verbessern. Die IHK Organisation unterstützt dabei die vielfältigen Angebote für Familienfreundlichkeit von Unternehmen. Zugewanderte Frauen haben große Potenziale – als Fachkräfte und als Beitrag zur Vielfalt in den Belegschaften.“

06.03.2018

In Deutschland leben gut vier Millionen Menschen aus anderen EU-Staaten. Ihre Familien haben im Rahmen der EU-Freizügigkeit Anspruch auf Leistungen wie beispielsweise das Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder. Häufig bestehen jedoch sprachliche Hürden, sich über die Möglichkeiten der Inanspruchnahmen von Familienleistungen oder steuerlichen Freibeträgen zu informieren. Das Bundesfamilienministerium bietet deshalb in Kooperation mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ab sofort Infografiken und Erklärfilme zu verschiedenen Leistungen für Familien in sechs weiteren EU-Sprachen an. Die Informationen werden auf der Internetseite www.bundesfamilienministerium.de in der Mediathek neben Deutsch zukünftig in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Polnisch, Bulgarisch und Rumänisch bereitgestellt. Erklärt werden die Familienleistungen Kindergeld, Kinderfreibeträge, Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss sowie der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Künftig sollen weitere Leistungen für Familien, beispielsweise das Elterngeld, in den genannten EU-Sprachen erklärt werden.

Die Infografiken und Erklärfilme in den sechs EU-Fremdsprachen sind auch auf Youtube verfügbar (Links: siehe unten). Alle Videos stehen unter der Creative Commons Lizenz by-nc-nd/3.0/. Das heißt, sie dürfen für nicht-kommerzielle Zwecke unverändert und mit Nennung des Urhebers "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration" weiterverbreitet und veröffentlicht werden.

Die fremdsprachigen Playlists auf Youtube sind unter folgenden Links zu finden:

02.02.2018

Mit welchen Herausforderungen sind Migrantinnen konfrontiert? Wie können sie ihre Potenziale in die Gesellschaft einbringen? Und welche Programme und Instrumente gibt es, die Frauen mit Migrationshintergrund dabei unterstützen, den Weg in die Beschäftigung zu nehmen? Der Beantwortung dieser Fragen widmet sich die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins „IQ konkret“ des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Interviews, Fachbeiträge und Porträts geben Einblicke in die Perspektive der Frauen. Darüber hinaus werden Projekte und Programme als Beispiele guter Praxis beschrieben. Ein Beitrag zum Programm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ gibt Einblicke in die Umsetzungspraxis.

Im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ arbeiten seit Juli 2011 16 regionale Netzwerke, fünf deutschlandweit agierende Fachstellen und eine Koordinierungsstelle daran, die Arbeitsmarktbedingungen von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zu verbessern. IQ konkret ist eine Publikationsreihe des Förderprogramms, die sich pro Ausgabe einem Schwerpunktthema widmet.

Ausgabe von IQ konkret zum Thema „Frauen, Migration, Flucht und Arbeitsmarktintegration“

15.12.2017

Alloua Grace Ahizi ist eine der starken Frauen, die der ESF-Begleitausschuss bei seinem Besuch am 11. Dezember 2017 beim Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe kennenlernen durfte. Das Gremium wollte sich ein Bild von der Projektumsetzung des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ machen. In Bonn unterstützt das Projekt Migrantinnen beim Berufseinstieg in der Altenpflege. Schon 133 Mütter haben seit 2015 an dem Projekt in Bonn teilgenommen, 83 Frauen haben das Programm bislang komplett durchlaufen.

Das Projekt wendet sich an Frauen wie Alloua Grace Ahizi. Sie wollte ihr eigenes Geld verdienen, sprach aber noch nicht perfekt Deutsch. Projektleiterin Shilan Fendi half ihr, den Hauptschulabschluss nachzuholen.  Nach dem Unterricht in Deutsch, Hauswirtschaft und Pflege sowie einem Praktikum in der Altenpflege wusste Alloua: Die Arbeit mit alten Menschen ist das Richtige für sie! Mit Hilfe des Projekts hat sie einen Ausbildungsplatz gefunden und startet jetzt beruflich durch.  
Auch für Fatma Turan erfüllte sich mit ihrer Teilnahme am Projekt endlich ihr Wunsch nach Schulbildung. Sie ist überzeugt: "Wenn andere Frauen sehen, dass wir mit dem "Schulranzen" unterwegs sind, dass wir selbstbewusst und glücklich mit unserer Arbeit sind, merken sie: Ich kann das auch schaffen!"

Zitate aus der Meldung aus dem ESF-Newsletter vom 20.12.2017

Artikel in der Bonner Rundschau

Plakat Erfolgreiche Integration von Müttern mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Arbeitsmarkt 

24.11.2017

Vertreterinnen und Vertreter aus den „Stark im Beruf“-Kontaktstellen trafen sich am 19. und 20. Oktober 2017 in Hannover zu einer Trägerkonferenz. In Workshops, Experten- und Diskussionsrunden entwickelten sie Ideen für die Projektarbeit. Nach zweieinhalb Jahren erfolgreicher Programmarbeit ging der Blick nach vorne: Haben sich die Bedarfe der Zielgruppe verändert? Welche Praxisansätze sind notwendig? Welche institutionellen Herausforderungen stehen einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Migrationshintergrund weiterhin im Wege?

Hier finden Sie weitere Informationen und Eindrücke von der Trägernkoferenz am 19. und 20. November in Hannover.

04.10.2017

Wie können Eltern mit Migrationshintergrund besser dabei unterstützt werden, ihre Arbeitswünsche zu verwirklichen? Und was kann beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie für sie getan werden? Um diese und andere Fragen ging es bei einem Zukunftsgespräch im Bundesfamilienministerium. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen wurden nun in einem "Monitor Familienforschung" veröffentlicht.

Die Analyse mit dem Titel "Perspektiven für Familien mit Migrationshintergrund in der Arbeitswelt" zeigt: Mütter mit Migrationshintergrund sind deutlich seltener und in geringerem Stundenumfang erwerbstätig als Mütter ohne Migrationshintergrund (52 Prozent gegenüber 73 Prozent). Dabei sind viele Mütter mit Migrationshintergrund sehr motiviert und verfügen über die notwendigen Qualifikationen, um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen: 370.000 Mütter wollen sofort in den Beruf (wieder-)einsteigen.

Beim Thema Vereinbarkeit zeigt sich, dass das klassische Einverdiener-Modell mit erwerbstätigem Vater unter Familien mit Migrationshintergrund verbreiteter ist als bei Familien ohne Migrationshintergrund (38 Prozent gegenüber 24 Prozent). Gleichzeitig besuchen Kinder aus Zuwandererfamilien nach wie vor seltener Angebote der frühkindlichen Bildung.

Monitor Familienforschung Nr. 39 / Perspektiven für Familien mit Migrationshintergrund in der Arbeitswelt 

28.08.2017

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley hat sich bei einem Projektbesuch in Erfurt am 28. August mit geflüchteten Müttern über ihren Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt ausgetauscht. Das Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement (IBS) in Erfurt bietet ab Sommer 2017 als eine von 35 Kontaktstellen im ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf“ zusätzliche Kurse und Coaching für geflüchtete Mütter an, um ihnen Perspektiven für eine Beschäftigung in Deutschland aufzuzeigen.

Dr. Katarina Barley: „Das Programm ‚Stark im Beruf‘ gibt den geflüchteten Müttern, die es hierher geschafft haben, eine Perspektive. Im Erfurter Projekt konnte ein Drittel der Teilnehmerinnen im Anschluss an das Programm eine Beschäftigung aufnehmen. Das ist für jede dieser Frauen ein großer Erfolg, ich freue mich für sie. Wenn wir die Mütter integrieren, geben wir der ganzen Familie eine Zukunft.“

Der Projektbesuch in Erfurt fand anlässlich der diesjährigen Sommertour von Dr. Katarina Barley statt. Vom 28. bis 31. August besucht die Bundesfamilienministerin Einrichtungen und Initiativen in ganz Deutschland. Im Mittelpunkt ihrer Reise steht der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern und Akteuren vor Ort.

Pressemitteilung der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Thüringen vom 29.08.2017

Die Bundesfamilienministerin auf ihrer Sommerreise und bei ihrem Projektbesuch in Erfurt im Video (ab Minute 03:22)

07.08.2017

Die meisten geflüchteten Frauen wollen erwerbstätig sein, doch finden sie ungleich schwerer als Männer in Beschäftigung. Mit einer Praxishilfe wenden sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und das Bundesfamilienministerium an Unternehmen, um das Potential neu zugewanderter Frauen und Mütter für den Arbeitsmarkt zu erschließen.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley: „Der Großteil der geflüchteten Mütter will hier Geld verdienen und ist hoch motiviert. Die Hälfte hat bereits in der Heimat gearbeitet. Mit einer Erwerbsperspektive integrieren wir nicht nur die geflüchteten Frauen, sondern mit ihnen die ganze Familie. Denn Mütter sind Vorbilder für ihre Kinder.“

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer betont: „Der Wunsch zu arbeiten ist unter den geflüchteten Frauen hoch. Passende Unterstützungsangebote sind daher wichtig. Unternehmen können einen wichtigen Beitrag leisten. Jedoch ist der parallele Ausbau der Betreuungsinfrastruktur dafür eine wichtige Voraussetzung. Daneben ist eine ausreichende Flexibilität für die Unternehmen bei der Gestaltung von Vereinbarkeitsmodellen sehr wichtig. Um die Erwerbsbeteiligung geflüchteter Frauen zu steigern, müssen wir sie gleichzeitig beim Sprach- und Qualifikationserwerb unterstützen.“

500.000 Mädchen und Frauen haben zwischen 2012 und 2016 in Deutschland Schutz gesucht. Drei Viertel der Frauen haben Kinder. Über die Hälfte aller geflüchteten Frauen stehen jetzt oder zukünftig dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zur Verfügung. „Für viele Frauen ergibt sich nach ihren eigenen Angaben erst in Deutschland eine wirkliche, realistische Perspektive auf eine eigene Berufstätigkeit“, heißt es in der IAB-BAMF-SOEP-Befragung Geflüchteter. Bevor sie diese Chance nutzen können, bringen die ersten Schritte in den Beruf auch lebensnahe Herausforderungen mit sich. Denn viele Frauen sehen sich alleine für die Kinderbetreuung verantwortlich. Da rund zwei Drittel der geflüchteten Frauen noch keine berufliche Ausbildung hat, fehlt es zudem an Qualifikation.

Die Praxishilfe von DIHK und Bundesfamilienministerium zeigt mit Hinweisen auf Förderung, gute Beispiele und Unterstützungsangebote auf, welche Brücken in Ausbildung und Beruf führen. So unterstützt das ESF-Programm „Stark im Beruf“ des Bundesfamilienministeriums an 80 Standorten bundesweit den beruflichen Einstieg von Müttern mit Migrationshintergrund, darunter auch geflüchtete Mütter.

Das IHK-Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration" und das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge bieten Unternehmen Unterstützung bei allen Fragen rund um die Integration von geflüchteten Frauen und Männern in Ausbildung und Beschäftigung.

20.06.2017

Um die Frage, wie Mütter mit Migrationshintergrund beim Einstieg in die Erwerbsarbeit und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt werden können, ging es in einem Zukunftsgespräch am 20. Juni im Bundesfamilienministerium. Umfangreiche Daten und Hintergrundinformationen zum Thema liefert die neue Publikation "Gelebte Vielfalt".

In Deutschland sind Familien mit Migrationshintergrund ein fester Teil der Gesellschaft. In fast jeder dritten Familie hat mindestens ein Elternteil einen ausländischen Pass oder wurde eingebürgert. Bei einem wissenschaftlichen Zukunftsgespräch drehte sich am 20. Juni im Bundesfamilienministerium alles um die Frage, wie die Chancen am Arbeitsmarkt für Mütter mit Migrationshintergrund gestärkt werden können. Anlässlich des Zukunftsgespräches betonte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin, Caren Marks:

"Familien mit Zuwanderungsgeschichte stehen für die ganze Vielfalt der Familien in Deutschland. Jedoch ist die soziale und wirtschaftliche Lage von Familien mit Migrationshintergrund im Schnitt weniger günstig als bei nicht zugewanderten Familien; die Chancen am Arbeitsmarkt sind geringer. Diese Benachteiligung fordert uns heraus, denn wir wollen Familien unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Teilhabechancen und Zukunftsperspektiven eröffnen."

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Expertinnen und Experten diskutieren beim Zukunftsgespräch auch, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Familien mit Migrationshintergrund gestärkt werden kann. So besuchen Kinder aus Zuwandererfamilien noch immer seltener eine Kita, insbesondere Kinder unter drei Jahren (21 Prozent gegenüber 38 Prozent bei Kindern ohne Migrationshintergrund). Niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten und unterstützend begleiten, fördert das Bundesfamilienministerium mit dem Bundesprogramm "Kita-Einstieg". Im Fokus des Programms stehen Kinder und Familien, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht wurden, beispielsweise Kinder mit Fluchterfahrung. Bis zu 300 teilnehmende Standorte erhalten eine Förderung für eine Koordinierungsstelle, Fachkräfte für die Umsetzung der Angebote sowie zusätzliche Projektmittel.

Neue Publikation "Gelebte Vielfalt"

Weitere Informationen zum Thema bietet die neue Publikation "Gelebte Vielfalt: Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland". Sie bündelt zentrale Daten der Lebenslage von Familien mit Migrationshintergrund, zur Bildungsteilhabe, zur wirtschaftlichen Situation und beruflichen Integration der Familien sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu wurden aktuelle Statistiken (Mikrozensus-, PASS- und SOEP- Daten) zu Familien mit Migrationshintergrund ausgewertet und von Expertinnen und Experten eingeordnet. Die Broschüre kann über die Website des Bundesfamilienministeriums bestellt werden. Online steht darüber hinaus ein umfangreicher Datenanhang mit weiteren Daten über Familien mit Migrationshintergrund zur Verfügung.

20.06.2017
Für die Vermittlung von zugewanderten Müttern in Pflegeberufe ist „Stark im Beruf“ in Bonn mit dem Berliner Gesundheitspreis 2017 ausgezeichnet worden. Der Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe unterstützt die Mütter mit Migrationshintergrund beim Schritt zur Pflegeausbildung und in Vereinbarkeitsfragen. Dafür gab es am 19. 6. in Berlin den 3. Platz der Kategorie II.

Das „Stark im Beruf“-Projekt des Bonner Vereins für Pflege- und Gesundheitsberufe vermittelt Mütter in die Ausbildungsberufe der professionellen Altenpflege – durch den Fachkräftemangel ein Berufsfeld mit Zukunft. Mit diesem innovativen Ansatz ist das Projekt unter 80 Bewerbern mit dem 3. Platz in Kategorie II ausgezeichnet worden. Der Berliner Gesundheitspreis, ein bundesweiter Ideenwettbewerb von AOK-Bundesverband, Ärztekammer Berlin und AOK Nordost – Die Gesundheitskasse,  steht in diesem Jahr unter dem Thema „Migration und Gesundheit – Integration gestalten“.

Petra Mackroth, Leiterin der Familienabteilung im BMFSFJ, gratuliert dem  Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe: „Die Auszeichnung zeigt: Mit Begleitung beim Berufseinstieg und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie lässt sich der Erwerbswunsch der vielen hoch motivierten Mütter mit Zuwanderungsgeschichte in Jobs ummünzen.  Ihnen Perspektiven in Pflegeberufen zu bieten und damit dem Fachkräftemangel vorzubeugen, ist ein großartiger Ansatz.“

Das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“  bietet Müttern an bundesweit 80 Kontaktstellen Starthilfe beim Berufseinstieg. Hohe Vermittlungsquoten und eine starke Nachfrage belegen die Motivation der Mütter, erwerbstätig zu werden: 35 Prozent haben nach „Stark im Beruf" eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung und 10 Prozent eine schulische oder berufliche Ausbildung aufgenommen. Das Bundesprogramm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in der ersten Förderphase von Februar 2015 bis Ende 2018 gefördert.

Projektprofil des Bonner Vereins für Pflege- und Gesundheitsberufe

29.03.2017
Die Bundesregierung erleichtert Eltern mit kleinen Kindern die Teilnahme an Integrationskursen. Ab sofort ist eine kursbegleitende Kinderbetreuung bei Müttern und Vätern, die an einem Integrationskurs teilnehmen, wieder möglich. Voraussetzung ist, dass Kinder noch keine reguläre Kita oder Kindertagespflege besuchen können. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium des Innern (BMI) fördern diese speziellen Kinderbetreuungsangebote in diesem Jahr mit zehn Millionen Euro.

Gefördert werden:

  • Die Möglichkeit einer privaten Kinderbetreuung in Verantwortung des Integrationskursträgers, wenn kein Regelbetreuungsangebot zur Verfügung steht oder die Inanspruchnahme aus persönlichen Gründen nicht zumutbar ist.
  • Eine Beratungspauschale, die die Integrationskursträger für die Beratung und Unterstützung der Kursteilnehmenden im Hinblick auf Regelbetreuungs- oder Brückenangebote beantragen können.

Gemeinsames Ziel von BMI und BMFSFJ ist es, dass Kinder mit Fluchthintergrund so schnell wie möglich in eine reguläre Kindertagesbetreuung integriert werden. Kinder aus geflüchteten Familien haben deshalb ab dem vollendeten ersten Lebensjahr – wie alle anderen Kinder auch – einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung oder auf eine Betreuung bei Tagesmüttern und -vätern.

Weitere Informationen

20.03.2017
Welche Faktoren erleichtern Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt? Was wünschen sich Unternehmen, damit sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fluchthintergrund einstellen können? Und welche Fortschritte konnten in den letzten Monaten bereits verzeichnet werden? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Bericht „Nach der Flucht: Der Weg in die Arbeit - Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Deutschland“ der OECD. Um die Integrationserfordernisse und –leistungen in Deutschland zu beurteilen, greift die OECD dabei auf eine eigene Unternehmensbefragung, die IAB-BAMF-SOEP-Befragung sowie Arbeitsmarktstatistiken zurück. Zudem werden Beispiele guter Praxis benannt.

Passgenauere Angebote und bessere Kooperation für mehr Integration – Insbesondere für weibliche Geflüchtete

Für eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge sei laut OECD ein frühzeitiger Arbeitsmarkteintritt ein entscheidender Faktor. Arbeitsmarktintegration und gesellschaftliche Integration gehen dabei Hand in Hand.

Ein wichtiger Schritt um die Arbeitsmarktintegration zu erleichtern, sei die Lockerung von Arbeitsverboten und das Ausweiten der Integrationskurse durch die Bundesregierung. Im nächsten Schritt müssten nun eine langfristige Strategie und noch passgenauere Angebote etabliert werden. Dabei benennt die OECD ausdrücklich weibliche Flüchtlinge als eine wichtige Gruppe für gezielte Integrationsmaßnahmen. „Stark im Beruf“ führt der Bericht als Beispiel für bereits laufende Programme auf.

Verbesserungsbedarf sieht die OECD vor allem in der Kooperation der beteiligten Akteure, wie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Jobcentern und den kommunalen Ausländerbehörden. Zudem rät die OECD, die Verteilung der Flüchtlinge auf Länder und Kommunen stärker an der jeweiligen Arbeitsmarktlage auszurichten. Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zeigen unter anderem, dass viele Unternehmen Rechtssicherheit vermissen, was das Bleiberecht von Flüchtlingen angehe.

OECD-Bericht „Nach der Flucht: Der Weg in die Arbeit - Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Deutschland“

06.03.2017
Interkulturelle Vielfalt ist in Unternehmen angekommen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland beschäftigt inzwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte. Handlungsbedarf gibt es für Frauen mit Migrationshintergrund.

Eine repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die das Bundesfamilienministerium beauftragt hat, zeigt: Beschäftige mit Migrationshintergrund werden in deutschen Unternehmen immer mehr zu Normalität.

Jedes zweite Unternehmen hat in den vergangenen fünf Jahren Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt. Drei Viertel dieser Unternehmen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Nicht-EU-Ausland eingestellt. Potenzial gibt es allerdings bei Migrantinnen, denn erst 39 Prozent der Unternehmen beschäftigen Frauen mit Migrationshintergrund.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Die Umfrage zeigt, dass Unternehmen sehr gute Erfahrungen mit einer interkulturellen Belegschaft gemacht haben. Denn gemischte Teams sind stärker. Gerade zugewanderte Frauen bringen ein hohes Potenzial und große Motivation mit. Mit unserem Programm 'Stark im Beruf' setzen wir uns daher für bessere Chancen von Müttern mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt ein."

Arbeitsmarkintegration auch von geflüchteten Menschen

IW-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös verdeutliche anlässlich der Veröffentlichung der Befragung, Unternehmen seien offener gegenüber Beschäftigen mit Zuwanderungsgeschichte geworden. Sie hätten erkannt, dass sie zur Fachkräftesicherung auch auf Menschen mit Zuwanderungsgeschichte angewiesen sind. Diese Erkenntnis gelte es auch mit Blick auf die Arbeitsmarktintegration der geflüchteten Menschen zu nutzen.

Laut der Umfrage achten die Personalverantwortlichen bei Neueinstellungen vor allem darauf, dass es bei Sprachkompetenz (58 Prozent), Qualifikation (31 Prozent) und Bleibeperspektive (35 Prozent) von Migranten keine Hürden gibt. Nur wenige Personalverantwortliche (12 Prozent) befürchten neue kulturelle Spannungen im Unternehmen.

Die betriebliche Integration wird dabei nicht den Beschäftigten alleine überantwortet. Maßnahmen zur Integration von Beschäftigten mit Migrationshintergrund, beispielsweise allgemeine Diversity/Respekt-Richtlinien, Sprachförderung oder Kinderbetreuung, werden von der Hälfte der Unternehmen angeboten. Die Personalverantwortlichen begrüßen es durchaus, wenn die Beschäftigten bei der Arbeitsaufnahme von Dritten unterstützt werden. Jedes zweite Unternehmen beurteilt die Begleitung vor und während der Arbeitsaufnahme durch Dritte als hilfreich.

Aktuelle Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Aussagen des Personalpanels IW 2016 zur Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund 

15.02.2017
Eine Delegation aus Finnland hat sich in Berlin über das Bundesprogramm "Stark im Beruf" informiert. Das Programm macht sich für Mütter mit Migrationshintergrund im Berufsleben stark.

Integrationsfachleute aus Finnland waren am 14. Februar im Bundesfamilienministerium zu Gast, um sich über Projekte des Ministeriums zur Erwerbsintegration von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte zu informieren. Das ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" stand im Fokus der Gespräche. Bereits über 4700 Mütter konnten mit "Stark im Beruf" innerhalb von zwei Jahren an rund 80 Kontaktstellen erreicht werden.

Die Delegation, bestehend aus Arbeitsmarkt- und Bildungsexperten aus der Stadt Helsinki, ist an bewährten Ansätzen für eine erfolgreiche Integration von Migrantinnen in den Arbeitsmarkt interessiert. Finnland steht dabei vor ähnlichen Herausforderungen wie Deutschland. In beiden Ländern haben Migrantinnen eine vergleichsweise niedrige Erwerbsquote. Mütter nehmen eine Schlüsselposition für eine erfolgreiche Integration der ganzen Familie ein. Eine Berufstätigkeit der Mütter hilft diesen beim Spracherwerb und erleichtert die soziale Integration, die nicht zuletzt auch den Kindern zugutekommt.

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, betonte anlässlich des Besuches: "Es freut uns, dass der innovative Ansatz von 'Stark im Beruf' im europäischen Ausland positiv wahrgenommen wird. Mütter mit Migrationshintergrund sind motiviert; bisweilen reicht jedoch ihre Qualifikation für den Berufseinstieg noch nicht aus. Die Arbeitsmarktprofis in den Kontaktstellen des Programms 'Stark im Beruf' sind auf Vereinbarkeitsfragen geschult und können die Mütter passgenau begleiten."

Die Delegation ist noch bis zum 16. Februar in Berlin zu Gast und wird in den kommenden Tagen mehrere Projekte und Initiativen zum Thema besuchen, unter anderem ein Projekt von "Stark im Beruf" im Berliner Bezirk Neukölln.

Aktuelle Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

06.02.2017
Seit Januar 2017 gelten im Garantiefonds Hochschule erweiterte Förderrichtlinien: Geflüchteten Menschen und insbesondere Frauen, die als Familiennachzug einreisen, können vor der Aufnahme eines Studiums spezielle Sprachfördermaßnahmen wahrnehmen. Ziel ist der Erwerb des Sprachstands C1 oder einer anderen für die Zulassung benötigten Sprachprüfung.  

Die Kurse bauen auf den Integrationskursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf. Zu den im Garantiefonds Hochschule geförderten Leistungen zählen neben Stipendien für die Teilnahme an den Sprachkursen auch die Übernahme von Lebenshaltungs- und Unterkunftskosten. 

Die Maßnahmen ergänzen die Sprachangebote zur Integration von hochqualifizierten Flüchtlingen und kommen der hohen Nachfrage nach professionellen Deutschkursen für Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge entgegen.  
Für das Jahr 2017 stellt das Bundesfamilienministerium rund 22 Millionen Euro zur Verfügung. 

Weitere Informationen zum Garantiefonds Hochschule

02.01.2016
Viele „Stark im Beruf“-Projekte erreichen auch Teilnehmerinnen mit Fluchterfahrung. Welche Besonderheiten bringt die Arbeit mit geflüchteten Frauen mit sich und wie können Projekte auf die Bedürfnisse der Mütter eingehen? Das Portal für Jobcenter Praxis www.sgb2.info hat in einem Themendossier „Geflüchtete Frauen“ umfassende Informationen über die besondere Situation und die Potenziale der Frauen zusammengestellt. Grafiken zeigen die wichtigsten Daten und Fakten zur Schulbildung und Erwerbserfahrung, Interviews geben einen Einblick in die Arbeit von Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in den Jobcentern. Praxisbeispiele zeigen, wie verschiedene Projekte geflüchtete Frauen unterstützen. Vorgestellt wird auch die Arbeit des „Stark im Beruf“-Projekts „Die Kurbel/ZIB-Bildungsoffensive“ in Oberhausen.

Themendossier „Geflüchtete Frauen“ des Portals sgb2

Weitere Praxisportraits sowie Interviews zum Thema Flucht finden Sie auch auf unserer Themenseite auf starkimberuf.deThema Flucht

28.12.2016
Das Verfahren zur Anerkennung von Berufsabschlüssen ist teilweise mit hohen Kosten verbunden. Seit dem 1. Dezember ist es nun durch ein neues Förderprogramm der Bundesregierung möglich, Anträge auf einen Kostenzuschuss für das Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsqualifikationen zu stellen.

Von dem neuen Anerkennungszuschuss können Personen mit fehlenden finanziellen Mitteln und Beschäftigte, die unterhalb ihrer abgeschlossenen Qualifikation tätig sind, profitieren. Förderfähig sind die Kosten, die im Rahmen der Antragstellung entstehen, also vor allem Gebühren und Übersetzungskosten bis zu maximal 600 Euro pro Person.

Ziel des zunächst auf drei Jahre befristeten Programms ist es, eine bundesweit flächendeckende Förderung der Kosten für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ergänzend zu den bereits bestehenden Möglichkeiten der Finanzierung zu erproben.

Weitere Informationen zum Anerkennungszuschuss finden Sie auf der Seite des IQ-Netzwerks

Informationen zum Thema Finanzierung von Anerkennungsprozessen finden Sie auch in dieser Expertise.

16.11.2016

Auf der Konferenz zum Bundesprogramm "Stark im Beruf" zeigen Arbeitsmarkt-Profis, wie Mütter mit Zuwanderungsgeschichte erfolgreich in Erwerbstätigkeit vermittelt werden können.

Die Job-Quote von Müttern mit Migrationshintergrund in Deutschland ist von 2006 bis 2014 um acht Prozentpunkte auf 52 Prozent gestiegen. Besonders Mütter mit jüngeren Kindern sind vermehrt in Arbeit übergetreten. Doch Mütter mit Migrationshintergrund sind trotz guter Qualifikationen und hoher Motivation noch immer deutlich seltener und in geringerem Umfang erwerbstätig als Mütter ohne Migrationshintergrund.

Sie zu motivieren, am Berufsleben teilzunehmen, ist Ziel des Bundesprogramms "Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein": Der Einstieg ins Erwerbsleben erweitert den persönlichen und finanziellen Spielraum der Teilnehmerinnen und ihren Familien. Er fördert die gesellschaftliche Integration ihrer Familien und leistet einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland.

Bei der Konferenz zum Programm, die am 9. und 10. November in Frankfurt am Main stattfand, zeigten die Arbeitsmarkt-Profis, wie sie die Mütter auf ihrem Weg in Arbeit begleiten. Die 85 Kontaktstellen bundesweit bieten Frauen mit Kindern Rat, Coaching und Qualifizierung vor und bei der Erwerbsaufnahme.

Motivation und Potenzial nutzen

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte im Vorfeld der Konferenz:

"Wir erleben hoch motivierte Mütter mit Migrationsgeschichte, die beruflich auf eigenen Beinen stehen wollen. Mit 'Stark im Beruf' weisen wir ihnen eine Perspektive. Unsere Arbeitsmarkt-Profis unterstützen sie gemeinsam mit den Jobcentern auf ihrem Weg in Arbeit. Das Potenzial und die Motivation der zumeist ausländischen Mütter sind enorm hoch – 'Stark im Beruf' zeigt, wie es gelingt, beides in Jobs umzusetzen."

Der Bedarf an Vermittlung von Praktika und Stellen ist hoch: In anderthalb Jahren konnten die Kontaktstellen bereits 3800 Mütter für ihre Projekte gewinnen. 35 Prozent der zumeist ausländischen Teilnehmerinnen haben nach "Stark im Beruf" eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung und neun Prozent eine schulische oder berufliche Ausbildung aufgenommen, weitere 16 Prozent sind in Sprache oder Computerwissen geschult worden. Auch nehmen rund 300 geflüchtete Frauen aktuell an "Stark im Beruf" teil.

 

25.10.2016

Vom 18. bis 20. Oktober fand in Köln Europas größte Personalfachmesse „Zukunft Personal“ statt mit rund 17.000 Besucherinnen und Besuchern. Das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ war auf der Messe mit einem eigenen Stand vertreten und Teil der Guided Tour, mit der Besucherinnen und Besucher über das Messegelände geführt wurden. Das Messeteam erhielt dabei große Unterstützung durch Frau Tanis vom Projekt MuT - Mütter und Talente aus Oberhausen, Frau Sana vom Projekt Migrantinnen aktiv vor Ort aus Köln sowie Frau Schmitz vom Projekt AWO Berufsbildungszentrum gGmbH Düsseldorf.

Die Gesprächspartnerinnen und –partner aus der Wirtschaft, aus Institutionen sowie aus Verbänden und Projekten interessierten sich insbesondere für die konkreten Unterstützungsangebote der rund 90 geförderten Projekte und für Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu den lokalen Projekten. Neben Personalverantwortlichen, die im beruflichen Alltag regelmäßig mit der Beschäftigung von Müttern mit Migrationshintergrund betraut sind, freuten sich viele Besucherinnen und Besucher aufgrund der hohen aktuellen gesellschaftlichen Relevanz über das Programm.

21.06.2016

Die Broschüre „Stark im Beruf – Stark für Unternehmen“ zeigt auf, wie Unternehmen direkt und konkret von der Beschäftigung von Müttern mit Migrationshintergrund, ihren sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen profitieren können. In Interviews und Infotexten wird dargelegt, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Müttern und Unternehmen gestaltet werden kann.

Neben praktischen Tipps für die Unternehmen rund um das Thema Interkulturalität und Integration werden in der Broschüre erfolgreiche Praxisbeispiele vorgestellt. Auch werden Leserinnen und Lesern weiterführende Informationen an die Hand gegeben, wie familienfreundliche Maßnahmen in den Betriebsablauf integriert werden können. Eine Übersicht der wichtigsten Kooperationspartner und Beratungsstellen im Arbeitsfeld des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ rundet die Broschüre ab.

Sie können die Broschüre auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) herunterladen und bestellen:

Broschüre „Stark im Beruf – Stark für Unternehmen“

02.05.2016

Die Anerkennung ausländischer Qualifikationen kann sehr wichtig sein, wenn Sie in Ihrem erlernten Beruf in Deutschland arbeiten möchten oder auf der Suche nach einem neuen Job sind. In den geregelten Berufen, wie zum Beispiel den Heilberufen (Ärzt/in, Pfleger/in, Hebamme), ist eine Anerkennung eine zwingende Voraussetzung. Mit der neuen App „Anerkennung in Deutschland“ wird dies noch einfacher.

Die App erklärt das deutsche Anerkennungsverfahren in verständlicher Sprache, bietet Informationen zur Anerkennung von Qualifikationen für Beruf, Studium, Ausbildung oder den Besuch einer Schule in Deutschland und hilft bei der Suche nach einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Sie ist für die Betriebssysteme Android, iPhone und Windows-Phone verfügbar und wird neben Deutsch in folgenden Sprachen angeboten: Englisch, Arabisch, Farsi, Dari, Paschtu und Tigrinya.

Die neue App hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt.

Die App steht auf der Internetseite zum Download bereit.

Weitere Informationen zu dem Thema „Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse“ stehen auf der Internetseite www.anerkennung-in-deutschland.de zur Verfügung.

29.04.2016

Am 13. April 2016 und am 18. April 2016 fanden in Berlin und Köln die Regionalkonferenzen des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ statt. Projektverantwortliche diskutierten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft die Potenziale aber auch Herausforderungen in der Zusammenarbeit.

Alle Beteiligten waren sich einig: Mütter mit Migrationsgeschichte verfügen über ein großes Potenzial auf dem Arbeitsmarkt, das bislang oftmals ungenutzt bleibt.
In Köln berichtete Nelly Kostadinova, Gründerin des Unternehmens Lingua World: „Ich bin selbst Unternehmerin, Mutter und vor vielen Jahren nach Deutschland migriert. Ich kann also aus eigener Erfahrung und mehreren Perspektiven unterstreichen, dass die Zusammenarbeit mit Frauen unterschiedlicher Kulturen mehr als wertvoll für Unternehmen ist – sie bringen viele Qualitäten in ein Unternehmen ein, in meinem Fall ihre Sprachkenntnisse.“ In Berlin betonte Gülabatin Sun, Managerin bei der Deutschen Bank: „Es gibt unzählige Studien, die beweisen, dass sich Familienfreundlichkeit und Diversität im Unternehmen ökonomisch lohnen.“

Eine transparente und passgenaue Vorbereitung von Unternehmen und den Bewerberinnen seien dabei entscheidend. Die Projekte berichteten von unterschiedlichen Ansätzen, die zu einer guten Zusammenarbeit mit der Wirtschaft führen:

  • Mütter lernen Betriebe über Probearbeit, Praktika oder Betriebsbesichtigungen kennen
  • Projekte bereiten die Teilnehmerinnen ganz spezifisch auf den Arbeitsalltag in den unterschiedlichen Branchen vor
  • Teilnehmerinnen können im Rahmen von Probearbeiten und Praktika persönliche Kontakte in ihrem gewünschten beruflichen Umfeld knüpfen
  • Projektvertreterinnen und –vertreter betreuen die Teilnehmerinnen als Mentoren auch während der Arbeitsaufnahme weiter – und stehen ebenfalls den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern für Fragen zur Verfügung

Seit Start des Programms im Februar 2015 bis zum März 2016 wurden im Programm “Stark im Beruf” insgesamt 2601 Teilnehmende beraten, qualifiziert und betreut. Allein in 2015 haben über 200 Frauen eine Arbeit aufgenommen.

 

20.04.2016

Anerkennungsprozesse sind häufig sehr komplex: Neben unterschiedlichen rechtlichen Regelungen je nach Beruf und Herkunft des ausländischen Zeugnisses, sind rund 400 Stellen in Deutschland für die Durchführung der Anerkennungsverfahren zuständig. Hier hilft die Expertise, einen Überblick zu erhalten. 

Die Begleitung der Verfahren durch Projekte wie „Stark im Beruf“ ist ein entscheidender Punkt: Zahlen belegen, dass in Deutschland überdurchschnittlich viele Verfahren abgebrochen werden bzw. offen bleiben. Um die Projekte zu unterstützen, wurde in der Expertise viel Wert darauf gelegt, praxisnah zu erklären, wie Anerkennungsverfahren in den wichtigen Berufsgruppen ablaufen. Es wird verständlich aufgezeigt, welche Schritte für die Anerkennung notwendig sind und an welchen Punkten Kosten anfallen. Die Expertise enthält zahlreiche praktische Hinweise zu Möglichkeiten der Kosteneinsparung sowie zu einer erfolgreichen Kostenübernahme durch Arbeitsagenturen und Jobcenter.

Darüber hinaus wird erläutert, wie Anpassungsmaßnahmen im Falle einer Teilanerkennung aussehen, mit welchem finanziellen Aufwand gerechnet werden muss und Anpassungsmaßnahmen im individuellen Fall organisiert werden können. 

Expertise zu Finanzierungsmöglichkeiten der Anerkennung von Qualifikationen und Anpassungsmaßnahmen  

09.02.2016
Müttern mit Migrationshintergrund den Berufseinstieg zu erleichtern, ist Ziel einer strategischen Partnerschaft zwischen Bundesfamilienministerium und Bundesagentur für Arbeit. Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek und der Vorstand Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, haben heute (Dienstag) in Berlin eine Kooperationsvereinbarung zum ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf“ unterzeichnet: Bei der Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte wollen beide Häuser noch stärker zusammenwirken.  

„Wir fördern den Erwerbseinstieg von Müttern mit Migrationshintergrund, damit sie mehr Selbstbewusstsein und wirtschaftliche Eigenständigkeit gewinnen. Das stärkt die wirtschaftliche Lage der Familien und trägt so dazu bei, Kinder vor Armut zu schützen“, sagte Staatssekretär Dr. Kleindiek.
Die Bundesagentur für Arbeit ist fester Kooperationspartner an jedem Standort. „Wir wollen die vielfältigen Potenziale von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte nutzen und sie gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern vor Ort ‚stark machen‘ auf ihrem individuellen Weg in den Arbeitsmarkt. Die berufliche Integration geht in der Regel Hand in Hand mit der gesellschaftlichen Integration“ , sagte der Vorstand Arbeitsmarkt  Detlef Scheele. Die Bundesagentur für Arbeit spielt eine wichtige Rolle dabei, die Frauen aus dem Leistungsbezug in Arbeit zu bringen: 60 Prozent der Mütter werden über die Jobcenter an die Projekte vermittelt.  

„Stark im Beruf“ des Bundesfamilienministeriums unterstützt Mütter mit Migrationsgeschichte beim Ein- oder Wiedereinstieg in das Erwerbsleben durch passgenaues Coaching, Beratung und Qualifizierung. Drei von vier Teilnehmerinnen beziehen SGB II-Leistungen oder sind arbeitslos, jedoch hoch motiviert, eine Beschäftigung aufzunehmen. Über den Kontakt zu Unternehmen, Praktika oder Schnuppertage gelangen die Mütter schließlich in Ausbildung oder Arbeit.  

Im ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf“ werden 88 Standorte mit bis zu 50.000 Euro jährlich aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zwischen 2015 und 2018 gefördert.

Wie gestaltet sich die Kooperation zwischen Bundesfamilienministerium und der Bundesagentur für Arbeit? Mehr Infos erhalten Sie in der Kooperationsvereinbarung (PDF, 193 kb, nicht barrierefrei).

10.11.2015

Am 09. und 10. November kamen die Vertreterinnen und Vertreter der Träger von „Stark im Beruf“ in Köln und Berlin zusammen, um sich über erreichte Programmfortschritte auszutauschen, administrative Fragen zu erörtern und sich in Workshops über gelungene Modelle der Zusammenarbeit mit Projektpartnern und Arbeitsmarktakteuren zu informieren. Ein besonderer Fokus der beiden Konferenzen lag auf der Zusammenarbeit mit den örtlichen Bundesagenturen für Arbeit und den Jobcentern.

In Berlin wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der zuständigen Abteilungsleiterin des Bundesfamilienministeriums, Frau Petra Mackroth, und der Leiterin der Abteilung Arbeitsmarkt der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Frau Christina Ramb, begrüßt.

Frau Mackroth hob hervor, dass viele Mütter mit Zuwanderungsgeschichte wertvolle Fähigkeiten und Kompetenzen mitbringen, aber punktuell „[…] Unterstützung benötigen, um den Einstieg in den Beruf zu schaffen“. Teilweise werden die Mütter von den Regelangeboten noch nicht optimal erreicht. Daher sei es das Ziel von „Stark im Beruf“, „passgenaue Angebote zu unterbreiten, die jenseits der Regelangebote liegen oder diese ergänzen.“

Die nicht immer einfache Aufgabe, die Mütter abzuholen, wo sie sind, und ihnen den nötigen Schwung und das Selbstvertrauen mitzugeben, um sich auf den Weg in die Erwerbstätigkeit zu machen, falle den Trägern von „Stark im Beruf“ zu.

Frau Ramb hob Ihrerseits hervor, dass in einigen Branchen bereits ein Fachkräftemangel existiere und sich dieser in den kommenden Jahren noch verschärfen werde. Daher werden auch Mütter mit Migrationshintergrund zunehmend in den Fokus rücken: „Es fehlen Fachkräfte und Frauen mit Migrationshintergrund sind ein wichtiges Potenzial.“

Beide waren sich einig, dass die Kooperation zwischen dem Programm „Stark im Beruf“ und der BDA weiter verstärkt und zusätzliche Akteure, wie das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, angesprochen werden sollten, um die Träger in ihrer Aufgabe zu unterstützen und das Gesamtprogramm noch besser zu vernetzen.

28.10.2015
Am 7. Oktober 2015 lud das im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgewählte Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Verbänden zum Dialogforum „Potenziale von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte aus Sicht der Wirtschaft“ ein.

In zwei Diskussionsrunden zu den Themen „Unternehmensansprache“ sowie „Vermittlung“ tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber aus, wie die Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte nachhaltig verbessert werden kann.

In der Diskussion kristallisierte sich schnell heraus, dass gelungene Beispiele für die Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte in die Breite getragen und relevante Informationen für Unternehmen über die Zielgruppe, existierende Förderangebote der öffentlichen Hand und Kooperationsmöglichkeiten herausgearbeitet werden müssen. Die teilnehmenden Unternehmerinnen berichteten beispielsweise davon, wie sie durch eine konfessionell neutrale Betriebskindertagesstätte, durch flexible Arbeitszeiten, die Unterstützung beim Deutschlernen oder einen deutsch-englischen Sprachalltag Mütter mit Zuwanderungsgeschichte unterstützen, sich schnell und gut einzuarbeiten.

Zudem wurde der Wert eines guten Partnernetzwerkes deutlich, zu dem beispielsweise Kammern, Verbände oder Migrantenorganisationen zählen. Solche Partner können helfen, gute Erfahrungen in die Breite zu tragen, und den Zugang zu Müttern mit Zuwanderungsgeschichte bahnen, die gerne arbeiten wollen. Wiederholt wurde betont, wie notwendig es sei, schnelle und unbürokratische Unterstützung durch die Jobcenter zu erhalten. Die Anerkennung von Abschlüssen, gesicherte Kinderbetreuung, Sprachkurse und eine längerfristige Bleibeperspektive würden die Integration von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte in den Arbeitsmarkt maßgeblich befördern.

Im Dialogforum waren der Zentralverband des Deutschen Handwerkes, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und mehrere mittelständische Unternehmen vertreten.

17.08.2015

Müttern mit Migrationshintergrund soll der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Das ist das Ziel des ESF-Programms „Stark im Beruf“.

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat am 17. August im Kulturzentrum Altenberg in Oberhausen mit Programmbotschafterinnen und Arbeitsmarktakteuren den Auftakt des neuen Programms begangen.

„Viele Mütter mit ausländischen Wurzeln sind gut qualifiziert und möchten gerne arbeiten. Doch häufig wird ihr Können unterschätzt. Mit unserem Programm wollen wir die Frauen ‚Stark im Beruf' machen. Wir möchten die Frauen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt begleiten, durch Beratungsangebote, begleitende Gespräche bei Unternehmen oder persönliche Coachings“, sagte Manuela Schwesig.

Vielfalt in der Arbeitswelt

Die Bundesfrauenministerin betonte: „Mütter mit Migrationshintergrund sind eine Bereicherung. Denn diese Vielfalt in der Arbeitswelt, die unterschiedlichen Perspektiven der Menschen sind wichtig. So können wir auch als Gesellschaft erfolgreich sein, wenn wir die unterschiedlichen kulturellen Potenziale nutzen.“

Eine wichtige Kooperationspartnerin des Programms ist die Bundesagentur für Arbeit (BA). Heidi Holzhauser, Leiterin des Stabes Kompetenzzentrums Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der BA, erklärte:

„Der Bundesagentur für Arbeit ist es ein wichtiges Anliegen, dass Mütter mit Migrationshintergrund ihre vielfältigen Potenziale nutzen und die im Herkunftsland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Kompetenzen in Deutschland auch entsprechend einsetzen können. Die Beratungs- und Integrationsfachkräfte wie auch die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in den Agenturen für Arbeit und Jobcentern bieten zahlreiche Unterstützungsangebote, damit die Integration vor allem in eine existenzsichernde Beschäftigung gelingt.

Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem BMFSFJ und zahlreichen weiteren Partnerinnen und Partnern im Rahmen dieses Programms für Mütter mit Migrationshintergrund und gleichzeitig für deren Kinder bessere Perspektiven für die Zukunft schaffen, weil die gesellschaftliche mit der beruflichen Integration Hand in Hand geht.“

Prominente Unterstützung

Das Programm „Stark im Beruf“ erfährt zudem prominente Unterstützung: Bei der Auftaktveranstaltung vor Ort warben die Moderatorin und Autorin Nazan Eckes, Gülabatin Sun, Global Head of Diversity & Inclusion von der Deutschen Bank, und Nelly Kostadinova, Gründerin von Lingua-World als Programmbotschafterinnen für die Initiative. Alle drei erleben Mütter mit Zuwanderungsgeschichte als Gewinn für unsere Gesellschaft und für unsere Arbeitswelt. Sie möchten sich dafür einsetzen, dass Migrantinnen ihren beruflichen Weg erfolgreich gehen können und wollen ihnen Mut machen, stark im Beruf zu sein.

Frau Sun betonte auf dem Podium: „Vielfalt muss endlich selbstverständlich sein. Wir müssen die Unterschiedlichkeit an Fähigkeiten fördern.“

Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitsgeberverbände (BDA) unterstützt das Programm. Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung: „Mütter mit Migrationshintergrund sind eine Bereicherung für die Betriebe. Die BDA unterstützt das Programm „Stark im Beruf“, um in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels mehr Mütter mit Migrationshintergrund für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Menschen mit Migrationshintergrund tragen dazu bei, eine produktive Vielfalt in den Belegschaften zu stärken. Ich ermutige sowohl Unternehmen als auch Mütter mit Migrationshintergrund, sich an dem Programm zu beteiligen.“

Bernd Neuendorf, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte: „Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf macht Mütter stark im Beruf. Dafür brauchen wir eine verlässliche und qualitätsvolle Kinderbetreuung sowie flexible Arbeitsplatzgestaltungen. Politik und Wirtschaft haben sich hier bereits mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab einem Jahr und dem damit verbundenen massiven Ausbau der Kleinkinderbetreuung sowie zahlreichen unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen auf den Weg gemacht.“

„Stark im Beruf“

Insgesamt 88 Projekte im gesamten Bundesgebiet setzen sich dafür ein, Mütter mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Die Projekte kooperieren dabei mit unterschiedlichen Akteuren, die die Frauen zum Beispiel durch die Vermittlung von Sprachkursen, Kontakten zu möglichen Arbeitgebern und Hilfen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen.

 

08.06.2015

Seit Anfang 2015 unterstützen rund 90 Träger des Programmes „Stark im Beruf “ Mütter mit Migrationshintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Der Einstieg ins Erwerbsleben bringt vielen Teilnehmerinnen nicht nur neue persönliche Perspektiven, er fördert auch die gesellschaftliche Integration ihrer Familien und leistet einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland.

Ende Juli trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Projekte in Köln und Berlin. Die Veranstaltung griff Fragen der Projektträger aus der Anlaufphase des Programmes auf und gab einen Überblick über die Themen Monitoring, Fördermittelmanagement und Öffentlichkeitsarbeit im Programm. Schwerpunkte waren die Einführung in das Teilnehmenden-Monitoring und die technische Bedienung der Monitoringdatenbank sowie die Mittelverwaltung über die Fördermitteldatenbank .