Studie zu Coronafolgen: Geflüchtete Frauen benötigen mehr Begleitung

12.02.2021

Frauen mit Fluchterfahrung sind besonders stark von den negativen Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen. Dies verdeutlicht eine Studie der IQ-Fachstelle Einwanderung. Die Autorin empfiehlt u.a. Mentoring-Gruppen beziehungsweise Programme sowie ein frühzeitiges und intensives Coaching mit engmaschigen Folgemaßnahmen.

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Eindämmungsmaßnahmen wirken sich besonders stark auf die Arbeitsmarktchancen von Neuzugewanderten aus, so die Arbeitsmarktexpertin Yuliya Kosyakova (IAB) in einem Working Paper der IQ-Fachstelle Einwanderung. Dabei sind Frauen mit Fluchterfahrung in höherem Maße negativ betroffen. Sie arbeiten häufiger als andere Zuwanderungsgruppen in einfachen Tätigkeiten, z.B. in der Gastronomie und oft in befristeten Arbeitsverhältnissen. Diese Bereiche sind besonders vom Stellenabbau betroffen. Zugleich tragen sie bei Hausarbeit und Kinderbetreuung die höhere Last. Darüber hinaus sind Sprach- und Integrationsmaßnahmen sowie die schulische und berufsbildende Ausbildung vermehrt ausgesetzt oder verlangsamt. Diese Einschränkungen sowie der generell lange Weg durch Asylverfahren, Spracherwerb sowie Bildungsinvestitionen hin zu einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration zeigen sich auch in einer geringeren Motivation der geflüchteten Frauen. Gute Fortschritte in der Integration werden dadurch momentan häufig unterbrochen.

Um die negativen Folgen für die Frauen aufzufangen, plädiert die Studie für einen flexiblen Zugang zu Sprachkursen und -maßnahmen, Bildung und Weiterbildung verbunden mit digitalen Lernangeboten und Lernformen. Darüber hinaus sind Mentoring-Gruppen beziehungsweise Programme sowie ein frühzeitiges und intensives Coaching mit engmaschigen Folgemaßnahmen zu empfehlen, damit der Integrationsprozess nicht weiter ins Stocken gerät.

Auch in den Zeiten des Lockdowns sind die 85 Kontaktstellen des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf“ stets für ihre Teilnehmerinnen und ihre Familien da. In der Zeit, in der keine Gruppentreffen möglich sind, beraten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin telefonisch, per E-Mail oder auch in Online-Formaten. Über ihre Erfahrungen mit neuen Lernangeboten berichten die Kontaktstellen in den Praxisbeispielen. (Link: www.starkimberuf.de/praxis/praxisbeispiele)

Das Working Paper (2/2021) „Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen“ ist auf der Seite der IQ-Fachstelle Einwanderung zu finden (Link: https://www.netzwerk-iq.de/foerderprogramm-iq/fachstellen/fachstelle-einwanderung/publikationen/working-paper#c18835)