Projekt Fem.OS: Digitales Streetwork für Migrantinnen

Die Beauftragte für Migration, Integration und Flüchtlinge, Frau Staatsministerin Widmann-Mauz und die Bundesagentur für Arbeit (BA) möchten gemeinsam die Arbeitsmarktintegration der Migrantinnen verbessern und ihre Erwerbsbeteiligung erhöhen.

Umgesetzt wird das unter anderem mit dem Modellprojekt Fem.OS, das Migrantinnen aus Drittstaaten aufsuchende Beratung über die sozialen Medien in 10 Herkunftssprachen zu Fragen des Arbeitsmarktes bietet. Durch Fem.OS erhalten Frauen aus Drittstaaten juristisch geprüfte Hilfestellung durch aufsuchende Information, Erst- und Verweisberatung.

  • Das Empowern der Frauen steht im Vordergrund. Darüber hinaus haben sie eine Vorbildfunktion für ihre Kinder und somit eine bedeutende Rolle für die gesamte Familie.
  • Das niederschwellige Angebot wird auf den besonderen Informations- und Beratungsbedarf von Frauen ausgerichtet und laufend angepasst.
  • Migrantinnen werden dort aufgesucht, wo sie nach Rat und Information fragen und suchen.

Das Fem.OS-Beratungsteam besteht aus zehn Beraterinnen, die muttersprachlich zehn Herkunftssprachen abdecken. Angeboten werden - neben Deutsch - Arabisch, Englisch, Französisch, Paschtu, Persisch, Portugiesisch, Russisch, Serbisch, Spanisch und Türkisch.

Warum Frauen?

Frauen werden bislang noch nicht ausreichend über die Angebote der BA erreicht, nutzen aber im Integrationsprozess  besonders stark selbst organisierte Gruppen und Kanäle auf Social-Media-Plattformen (Facebook, Web-Foren, WhatsApp, Telegram, YouTube etc.), um sich über Leben und Arbeiten in Deutschland in ihrer Muttersprache zu informieren und auszutauschen Ein Grund dafür ist, dass dort Informationen einfach zu erreichen sind und ein schneller Austausch mit Gleichgesinnten möglich ist. Sprachbarrieren gibt es kaum, da in Herkunftssprachen kommuniziert wird. Durch die räumlich-zeitlich flexible Mediennutzung kann eine Beratung trotz Familienpflichten wahrgenommen werden. Das Ziel ist, dass die Fem.OS-Beraterinnen in allen größeren frauenspezifischen Gruppen und Kanälen in den Beratungssprachen präsent sind.

Was bedeutet aufsuchende Beratung?

Fem.OS ist keine zusätzliche Beratungsstelle. Die Fem.OS-Beraterinnen kontaktieren die Frauen in der jeweiligen Herkunftssprache über die selbst organisierten Gruppen und Kanäle auf Social-Media-Plattformen. Die Beraterinnen bieten dann Informationen und Erstberatung in der jeweiligen Herkunftssprache an. Themen sind: Orientierung auf dem Arbeitsmarkt, Sprachförderung, Arbeits- und Ausbildungssuche, die Anerkennung von Berufsabschlüssen, Arbeits- und Sozialrechte und mögliche berufliche Perspektiven. Es geht aber auch um die Kinderbetreuung, um Teilzeitberufsausbildung oder -beschäftigung, um Themen wie Schwangerschaft, Kinder, Gesundheit und Gewaltschutz, die hohe Auswirkungen auf eine berufliche Integration haben. Zwei BA-Abgeordnete im Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration stehen mit den Fem.OS-Beraterinnen im ständigen Kontakt und liefern ihnen die notwendige Arbeitsmarktexpertise.

Wie erfolgt die Verweisberatung?

Die Verweisberatung, also die Überleitung der Frauen in die Fachberatungen der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter, übernehmen die zwei BA-Abgeordneten im Arbeitsstab, selbstverständlich unter Einhaltung aller Datenschutzbestimmungen, mithilfe der örtlichen Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA).

Das Modellprojekt Fem.OS ist am 1. Mai 2020 gestartet und wird bis zum 30. Juni 2023 von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert und in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt. Träger ist Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung.

Weitere Informationen

https://minor-kontor.de/fem-os/