Jobperspektiven für zugewanderte Mütter

25.02.2020

Eine neue Studie zeigt: Zugewanderte Mütter sind ein großes Potenzial für den Arbeitsmarkt. Doch trotz guter Qualifikation ist nur knapp die Hälfte von ihnen erwerbstätig. Jobperspektiven bietet das Bundesprogramm „Stark im Beruf“.

Zwischen 2005 und 2017 sind etwa 800.000 Menschen aus partnerschaftlichen Gründen nach Deutschland gekommen - rund drei Viertel davon sind Frauen. Der weit überwiegende Teil möchte dauerhaft bleiben. Doch trotz guter Qualifikation - 60 Prozent aller Zugezogenen haben mindestens einen Gymnasialabschluss - ist nicht einmal die Hälfte der zugezogenen Frauen erwerbstätig. Wer arbeiten möchte, erlebt die Arbeitssuche oft als sehr schwierig. Auch die Betreuung der Kinder wird als wesentliches Hindernis bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gesehen.

Das sind die Ergebnisse der Studie "Erwerbsperspektiven von Personen im partnerschaftlichen Familienzuzug aus EU- und Drittstaaten", für die das Deutsche Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)Daten des Mikrozensus und des Sozio-Ökonomischen Panels ausgewertet hat.

Bundesprogramm „Stark im Beruf“

Um brachliegende Qualifikationen zu nutzen und Müttern mit Migrationshintergrund den Start ins Berufsleben zu erleichtern, hat das Bundesfamilienministerium das Bundesprogramm „Stark im Beruf“ gestartet. Bis Mitte 2022 wird es - inzwischen in der zweiten Förderperiode - mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) umgesetzt.

Bei rund 90 Kontaktstellen werden Mütter mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg in die Berufstätigkeit begleitet. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Partnern vor Ort wird die Kinderbetreuung organisiert, zu rechtliche Fragen und zu passenden Jobprofilen beraten. Im Mittelpunkt stehen die Stärken der Frauen.

Neue Perspektiven schaffen

Mehr als die Hälfte der bislang 12.800 Mütter, die am Programm "Stark im Beruf" teilgenommen hat, lebte weniger als sieben Jahre in Deutschland. Die Frauen hatten oft noch keine gefestigte Sprach- und Berufspraxis. Das Programm verändert ihre Lebensperspektive: Zwei Drittel der Frauen haben nach der Teilnahme am Programm "Stark im Beruf" einen Erwerbsfokus, ein Drittel ist (sozialversicherungspflichtig) beschäftigt.