Auf in die 2. Förderphase – das Programm „Stark im Beruf“ ist ein voller Erfolg!

Am 12.09.2019 richtete das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Trägerkonferenz von „Stark im Beruf“ in Erfurt aus. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der „Stark im Beruf“-Kontaktstellen sowie Partnerinnen und Partner aus der Fachöffentlichkeit, Arbeitsverwaltung und Unternehmen

Petra Mackroth, Leiterin der Abteilung 2 – Familie im BMFSFJ eröffnete die Tagung. Sie stellte heraus, welch erfolgreiche Entwicklungen das ESF-Bundesprogramm seit seinem Start vor vier Jahren zu verzeichnen hat. Die „Stark im Beruf“-Kontaktstellen seien Integrationshelferinnen und Integrationshelfer der ersten Stunde! Zwei Drittel der Frauen, die am Programm teilnahmen, konnten ihren beruflichen Fokus verstärken. „Eine Erfolgsquote von rund 67% ist etwas ganz Besonderes!“, freute sich Frau Mackroth mit den Teilnehmenden.

Auch die Europäische Union bestätigt: „Stark im Beruf“ ist ein Aushängeschild für die Integration von migrantischen Frauen

Zu Jahresanfang 2019 startete das Programm in die 2. Förderphase. Seitdem konnten bereits 1.700 Teilnehmerinnen erreicht werden. Insgesamt ist der Anteil der Geflüchteten im Programm kontinuierlich gestiegen: Ein Viertel aller teilnehmenden Mütter hat eine Fluchtgeschichte.

Die hervorragenden Zahlen verdankt das „ESF-Vorzeigeprogramm“, wie es auch die Europäische Kommission betitelt, den vielen engagierten Menschen vor Ort. Mütter mit Migrationshintergrund stehen dem Berufseinstieg häufig positiv gegenüber, benötigen aber Unterstützung bei der Überwindung verschiedener Hürden. Frau Mackroth betonte: „Es geht nicht darum, woher eine Person kommt, sondern darum, was die Person erreichen möchte.“ Und die Kontaktstellen helfen auf diesem Weg.

Unternehmen rücken immer mehr in den Fokus des Programms

Für eine erfolgreiche Integration von Müttern braucht es nicht nur starke Teilnehmerinnen, sondern auch starke Unternehmen: Petra Mackroth appelierte bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eine gesellschaftliche Mitverantwortung ein: „Neun von zehn Unternehmen haben einen Fachkräftemangel. Unter den Teilnehmerinnen von „Stark im Beruf“ finden sie gut qualifizierte Frauen. Liebe Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertreter, bitte gehen Sie auf die Projekte zu. Das Ganze ist keine Einbahnstraße!“

JanDannenbring, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt, Tarifpolitik und Arbeitsrecht im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZdH), schloss sich der Aufforderung an und stellte die Frage, wie Migrantinnen für das Handwerk gewonnen werden können. Am Ansatz des ESF-Bundesprogramms zeigte er großes Interesse: „Individuelle Betreuung und berufsbegleitende Sprach- und Qualifizierungsangebote sind genau die richtigen Stellschrauben, um einen Einstieg in den Beruf für Migrantinnen zu ermöglichen.“ Er versprach, sich für eine noch größere Bekanntheit des Programms bei den Handwerksorganisationen einzusetzen.

Michael van der Cammen, Leiter des Bereichs Migration und Flucht der Bundesagentur für Arbeit,

setzt sich weiterhin ein für eine gute Beratung von Frauen in Jobcentern und Arbeitsagenturen. Er sieht sich darin bestärkt, dass in einer Familie mit Kindern nicht nur der Mann, sondern selbstverständlich auch Frauen aktiv unterstützt werden bei der Integration in den Arbeitsmarkt – all dies werde bereits umgesetzt in der Beratung der Jobcenter und Arbeitsagenturen, „Alles andere ist 2019 auch nicht mehr zeitgemäß“ fügt er hinzu. Das ESF-Programm „Stark im Beruf“ sei auf diesem Weg eine große Unterstützung.

Gute Praxis: So gelingt die Zusammenarbeit mit Unternehmen

In verschiedenen Workshops tauschten sich Kontaktstellen und Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter darüber aus, wie die Ansprache und Zusammenarbeit mit Unternehmen nachhaltig gelingen kann. Im Fokus standen dabei alltagsnahe Praxisbeispiele, die den Kontaktstellen bei ihrer Arbeit vor Ort behilflich sind. Diese wurden anschließend im Plenum noch einmal aufgenommen und auf Wandplakaten durch die Teilnehmenden festgehalten. Im Fokus standen dabei u.a. folgende Themen:

  • Die Kooperation mit Kontaktstellen ist eine WIN-WIN Situation: Beide Seiten können und müssen aufeinander zugehen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
  • Die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern, wie Innungen oder Branchenverbänden, kann den Kontakt zu Unternehmerinnen und Unternehmern stärken.
  • Patenschaften für die Kontaktstelle durch Unternehmen oder Verbände helfen, die Wirtschaft eng an das Programm zu binden.
  • Eine Begleitung über den Jobantritt hinaus ist wichtig, um präventiv einem Abbruch entgegenzuwirken: Kontaktstellen stehen auch in den ersten Monaten nach Einstieg in die  Berufstätigkeit Müttern und Arbeitgeberinnen und -gebern zur Seite.

Judith Wiedemann, Leiterin der Stark im Beruf-Kontaktstelle Jena, betonte die starke Brückenfunktion der Kontaktstellen zwischen den Müttern und Unternehmen. „Auf beiden Seiten muss mehr kommuniziert werden - dafür braucht es eine starke Kommunikation zwischen Kontaktstellen, Müttern und Betrieben.“

Foto: BAFzA/ Herbert JennerichPetra Mackroth Abteilungsleitung im BMFSFJ
Foto: BAFzA/ Herbert JennerichPodiumsdiskussion mit (v.l.n.r.) Judith Wiedemann (AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e. V.), Jan Dannenbring (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Petra Mackroth (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Michael van der Cammen (Bundesagentur für Arbeit) und die Moderatorin Medine Yilmaz
Foto: BAFzA/ Herbert JennerichProjektkoordinatorin in der Diskussion
Foto: BAFzA/ Herbert JennerichTeilnehmende der Veranstaltung während der Podiumsdiskussion
Foto: BAFzA/ Herbert JennerichChristine Mühlbach, Referatsleitung im BMFSFJ für das Bundesprogramm Stark im Beruf