Trägerkonferenz in Hannover

Welche Wege der Erwerbsintegration von Müttern mit Migrationshintergrund sind erfolgreich?

Vertreterinnen und Vertreter aus den „Stark im Beruf“-Kontaktstellen trafen sich am 19. und 20. Oktober 2017 in Hannover zu einer Trägerkonferenz. In Workshops, Experten- und Diskussionsrunden entwickelten sie Ideen für die Projektarbeit. Nach zweieinhalb Jahren erfolgreicher Programmarbeit ging der Blick nach vorne: Haben sich die Bedarfe der Zielgruppe verändert? Welche Praxisansätze sind notwendig? Welche institutionellen Herausforderungen stehen einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Migrationshintergrund weiterhin im Wege?

Foto: BAFzA/Herbert JennerichParlamentarische Staatssekretärin Caren Marks, MdB, Bundesministerium für Jugend, Senioren, Frauen und Jugend
Foto: BAFzA/Herbert JennerichPublikum
Foto: BAFzA/Herbert JennerichTeilnehmerinnen bei der Anmeldung
Foto: BAFzA/Herbert JennerichParlamentarische Staatssekretärin Caren Marks, MdB, Bundesministerium für Jugend, Senioren, Frauen und Jugend
Foto: BAFzA/Herbert JennerichModeratorin Dr. Anja Durdel, Ramboll Management Consulting
Foto: BAFzA/Herbert JennerichTeilehmerinnen während einer der Workshopphasen
Foto: BAFzA/Herbert JennerichFrau Alev Deniz, Leitung IQ-Landesnetzwerk Berlin
Foto: BAFzA/Herbert JennerichChristine Mühlbach, Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Foto: BAFzA/Herbert JennerichTeilehmerinnen während einer der Workshopphasen
Publikum
Expertin der Diskussionsrunde: Prof. Dr. Helen Schwenken, Professorin für Migration und Gesellschaft am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle STudien (IMIS) der Universität Osnabrück
Expertin der Disskussionsrunde: Dr. Yuliya Kosyakova, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB)
Eine Teilnehmerin aus dem Publikum
Dokumentation durch Graphic Recording
Experte der Diskussionsrunde: Dr. Matthias M. Mayer, Project Manager bei der Bertelsmann Stiftung im Programm Integration und Bildung

Zum Auftakt der Konferenz diskutierten Jutta Höhne, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, und Prof. Dr. Helen Schwenken, Universität Osnabrück, die Frage, inwieweit Mütter mit Migrationshintergrund als qualifizierte Fachkräfte oder nur in Mangelberufen gefragt sind. Die Expertinnen betonten, dass Mütter mit Migrationshintergrund häufig unterhalb ihres Qualifikationsniveaus in den Arbeitsmarkt einsteigen würden, was z.T. an fehlenden berufsbezogenen Sprachkenntnissen oder der mangelnden Anerkennung von Berufsabschlüssen liege. Für viele Mütter mit Zuwanderungsgeschichte stelle der Gesundheitsbereich einen beruflichen Einstieg dar. Für eine gute Erwerbsperspektive sei hier aber auch eine weitere Qualifizierung und Begleitung notwendig. Der zweite Teil der Diskussionsrunde nahm die Notwendigkeit von eigenen Arbeitsmarktprogrammen für Mütter mit Migrationshintergrund in den Blick. Dr. Matthias M. Mayer, Bertelsmann Stiftung, betonte, dass Arbeitsmarktprogramme generell stärker die Bedarfe von geflüchteten Frauen berücksichtigen müssten. Dr. Yuliya Kosyakova, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), verdeutlichte, dass Sonderprogramme besser die Heterogenität bestimmter Zielgruppen abbilden könnten.

Expertinnen berichteten aus ihren Programmen

„Stark im Beruf“ arbeitet Hand in Hand mit Programmpartnern auf überregionaler und lokaler Ebene. Die Vernetzung mit anderen Programmen und Initiativen stand deshalb im Mittelpunkt einer Expertenrunde. Alev Deniz vom IQ-Landesnetzwerk Berlin berichtete über Neuerungen im Bereich Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen, so dem neu eingeführten Anerkennungszuschuss. Christine Mersch stellte das Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge vor. Petra Hemmersbach vom Kompetenzzentrum Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (Stab BCA) bei der Bundesagentur für Arbeit referierte zum Thema Teilzeitberufsausbildung.

Workshops fördern den Austausch

In Workshops erarbeiteten die Teilnehmenden gute Ansätze für die engere Zusammenarbeit mit den Jobcentern sowie zur weiteren Gewinnung und Motivation von Teilnehmerinnen. Kontaktstellen, die bereits gut aufgestellt sind und schon viele Frauen in Beschäftigung vermitteln konnten, gaben praktische Tipps weiter, beispielsweise beim Umgang mit der Wirtschaft. Durch die Flüchtlingsmigration der vergangenen Jahre hat sich vielerorts die Zielgruppe verschoben und Bedarfe verändert. Kontaktstellen, die bereits einen guten Weg mit geflüchteten Müttern gefunden und ihre Module erweitert haben, stellten ihre Erfahrungen heraus.