Mutter, Migrantin, hoch motiviert

Foto: Barbara Dietl
Teilnehmerinnen im Berliner Projekt "MUMM"

Müttern mit Migrationshintergrund fällt die Jobsuche oft schwer. Obwohl viele Frauen gut qualifiziert sind und gerne arbeiten wollen, finden sie seltener einen Job als Mütter ohne Migrationshintergrund. Hilfe bekommen sie deutschlandweit durch Projekte, die vom Europäischen Sozialfonds finanziert werden.

Über das Bundesfamilienministerium fördert der Europäische Sozialfonds (ESF) seit 2015 bundesweit 80 Projekte, von denen Mütter mit Migrationshintergrund und geflüchtete Mütter profitieren sollen. 2017 kamen neue Angebote dazu. Doch was bewirken die Fördermittel vor Ort?

Mutter und Migrantin: Studienabschluss, aber keine Stelle

Mütter mit Migrationshintergrund. Das sind Frauen wie die Kolumbianerin Maria Cordoba-Weyden. Zwei Kinder, einen Abschluss in Verwaltung und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Potsdam und nun auf der Suche nach einer Stelle. "Die Familie ist sehr wichtig für mich. Aber ich darf nicht vergessen, wo ich hinwill." Die 35-Jährige träumt von einem Job als Buchhalterin. Eine Erkenntnis, die sie erst durch das Projekt der gemeinnützigen Berliner Goldnetz GmbH "MUMM – Mutter und Migrantin. Motiviert im Job" bekommen hat.

Dabei handelt es sich um die lokale Umsetzung von "Stark im Beruf". Dieses ESF-geförderte Programm des Bundesfamilienministerium will Frauen mit Migrationshintergrund aktiv beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen.

Mehr Chancen für geflüchtete Frauen bei der Jobsuche

Ähnlich wie Cordoba-Weyden können nun auch geflüchtete Frauen von dem Projekt profitieren: MUMM ist nur eins der 80 Projekte, die der ESF seit 2015 über das Bundesfamilienministerium bundesweit fördert: Erst 2017 wurden an 35 Standorten zusätzliche Angebote für geflüchtete Mütter geschaffen. Diese erhalten bis 2018 jährlich 25.000 Euro zusätzlich zu der bereits bestehenden Förderung von maximal 50.000 Euro pro Jahr.

In der konkreten Umsetzung bei MUMM bedeutete das: Beratungsgespräche und Workshops. Das helfe bei der Orientierung, so Cordoba-Weyden. "Nach meinem Studium wusste ich nicht, was meine Möglichkeiten sind." Die Gespräche bei MUMM hätten ihr geholfen, genau das herauszufinden. Dort erhalte sie auch Tipps, wie eine gute Bewerbung aussieht.

Das Wichtigste aber seien die Treffen mit den sogenannten Erfolgsteams – Frauen, die bereits einen Job gefunden hatten. "Es hat mir gezeigt, dass ich nicht die Einzige bin. Vor dieser großen Herausforderung halten wir zusammen." Die Jobsuche – mit Hochschulabschluss, aber ohne Berufserfahrung – sei für sie oft frustrierend. MUMM treibe sie dann an: "Das ist gut. Ich möchte ja nicht nachlassen. Irgendwann wird sich etwas ergeben."

Quelle: www.bundesregierung.de